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Kefalonia 2020

 

Teilnehmer: Marc, SteffenK., OlliO., Mats, Aline, Heinke, OlliS., SteffenB., Marcel S., Zeljka und Sascha

 

Alles begann mit ein paar schönen Bildern aus dem Internet. Bilder von der griechischen Insel Kefalonia und dem Wunsch die Höhlen dort mal in Wirklichkeit zu sehen. Was als Familien Urlaub begann, setzte sich als offizielles Cavebase Projekt fort.


Im Sommer 2019 machten sich drei Cavebase-Mitglieder mit Ihren Familien auf dem Weg nach Kefalonia. Neben der Zeit mit der Familie wollten sie sich davon überzeugen, ob die Bilder, die sie im Internet gesehen hatten auch wirklich der Realität entsprachen. Unten angekommen ging es zum Tauchshop von Makis in Agia Efimia, einem kleinen Fischerdorf an der Ostküste, der sie mit Flaschen und den nötigen Infos versorgte. Sie hatten neben ihrer Sidemountausrüstung auch SRT Ausrüstung dabei. Einige Höhlen waren sehr einfach zu erreichen, da sie direkt an der Straße liegen - für einige andere Höhlen musste man jedoch ziemlich klettern oder sich tief abseilen. Die drei waren echt begeistert. Klares Wasser und wunderschöne Höhlen mit Tropfsteinen. Mexiko Feeling in Europa! Gegen Ende des Urlaubs zeigte Makis ihnen noch die AGIA ELÉOUSSA. Für diese Höhle müsste man sich wagen 80m tief abzuseilen um dort tauchen zu können. Makis erzählte ihnen, dass die letzten Taucher vor Jahrzehnten da unten gewesen wären und nur circa 200 m erforscht seien. Es hieß, dass es dort noch viel zu entdecken gibt. Geschichten tauchten auf; dass sich wahrscheinlich eine riesengroße Höhle durch die ganze Insel ziehe. Es gab Färbeversuche…. Mit diesen Eindrücken sind sie nach Hause gefahren und haben dem Team davon berichtet.

 

Das Team war begeistert von den Aufnahmen, die wir aus den Höhlen mitgebracht haben. Das hat uns veranlasst, am Jahrestreffen das Projekt Kefalonia 2020, speziell Agia Eléoussa in Angriff zu nehmen. Uns war klar, dass für dieses Projekt andere Ausrüstung als für unsere sonstige Projekte benötigt werden würde. Somit begannen wir mit der Planung. Die Buchung der Unterkünfte und Flüge in solch einem großen Team kann dann doch schon mal ein paar Wochen dauern, bis alle Arbeitgeber, Partner etc. grünes Licht gegeben hatten. Anfang Januar stand der Zeitraum Juni 2020 fest. Nur wenige im Team haben SRT Erfahrung, somit war auch klar, dass sich Team Cavebase diese Skills aneignen musste. Wir buchten im März ein SRT Wochenende bei Funis (Nils Bräunig) in der Nähe von Bamberg, um in der Lage zu sein, uns längere Strecken abzuseilen und auch wieder alleine den Aufstieg mit eigener Hand meistern zu können. Während des Kurses haben wir das geplante Projekt besprochen und erläutert was wir vorhaben. Es war schnell klar, dass wir einen weiteren Workshop benötigen werden um auch die Seil-Einbauten, die es dort zu machen gilt, sicher bewerkstelligen zu können.

 

Dann kam die SARS-Cov2-Pandemie dazwischen und wir mussten alles fallen lassen. Wir hofften zwar bis zuletzt, dass die Flüge doch noch gehen würden - wurden aber leider enttäuscht. Die Lethargie des Lockdowns ließen auch unsere Planungen erst einmal stillstehen.


Als der erste Lockdown vorbei war und eine realistische Chance bestand, dass wir dieses Jahr noch hinfliegen könnten, einigten wir uns auf Ende September.

Es taten sich einige Baustellen auf. Wir waren nur noch 10 Teilnehmer. Wir mussten uns von Volumen und Gewicht der Team- und persönlichen Ausrüstung durch den Transporter, der auf dem Landweg nach Kefalonia fuhr, eingrenzen. Der Cavebase-Explorer nimmt ja gerne mehr Ausrüstung mit, um alle auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein 😉.

Es gab widersprüchliche Aussagen zur Höhe des Schachtes. Makis redete von 80m freiem Abseilen. Karten und Zeichnungen der letzten großen Exploration im Jahre 1990 durch eine Schweizer Gruppe hatten aber nur 50m vermerkt. Wir hofften natürlich weitere Zugänge zum Höhlensystem beziehungsweise längere Tunnels zu finden. Wir wollten für eine Tiefe bis 100m und eine Penetrationstiefe von mehreren Kilometern vorbereitet sein.

 

Ca. einen Monat vor Beginn des Projektes haben einige von uns den zweiten Workshop bei Funis besucht. Wir haben viel trainiert und diskutiert und kamen schlussendlich zu dem Ergebnis, dass sowohl unser Transport als auch der Materialtransport aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ohne elektrische Hilfsmittel gestemmt werden musste.

Waren wir gut genug vorbereitet auf ein Abseilen und Materialtransport in einen tiefen Schacht?  Diese Kombination gab es bisher bei der Cavebase noch nicht; wir waren gespannt, ob wir das leisten können.

 

Dann ging es sehr schnell. Olli legte eine Tabelle an, wer was mitnehmen „durfte“ und sollte, telefonierte mit jedem und rechnete jedes Kilo aus. Stages mit den tiefen spezifischen Gasen, inkl. Rigging und Atemregler, JJ-Rebreather, SF2-Rebreather, Liberty-Sidemountrebreather, zusätzliche Ersatztanks, Nass- & Trockenanzüge inkl. Ersatzanzüge, Unterzieher & Schlatze, Ersatzkalk, unsere sieben Scooter, Lampen, Tauchwerkzeug, Helme, SRT Ausrüstung, zusätzliche Atemregler, Flossen, Ladegeräte, Schleifsäcke als Transportbehälter an der Höhle und Sidemountequipment. Allgemeine Ausrüstung, wie Seile, Material zum sicheren Aufbau und Betreiben der Materialabseilstelle, medizinische Ausrüstung, Rettungsausrüstung, Über- und Unterwasser Vermessungstools, Kamera- und Videoausrüstung. Diese Ausrüstung, eines über ganz Deutschland verteilten Teams, in einen Transporter zu bringen ist nicht ganz einfach. Wir nutzten daher unser Cavebase & Friends Treffen an der Grube Felicitas um die Ausrüstung zu wiegen (Danke Wolfgang!) und zu packen.

Wir legten außerdem gemeinsam Verantwortlichkeiten für verschiedene Themen fest. So war jeder im Projekt eingebunden, denn Cavebaseprojekte sind so ausgelegt, dass sie nur im Team zu bewältigen sind. Alles passte am Ende der Vorbereitung so gut, dass es uns am Projekt an nichts mangeln würde.


Als ob die Projektsituation nicht schon schwer genug für uns war, wurden ein paar Wochen vor Abflug alle Berlin-Flüge ohne Angabe von Gründen gestrichen und einige mussten schnell umbuchen. Somit sollten alle, etwas später als geplant, von Frankfurt Hahn abfliegen.

Die Unterkünfte wurden gebucht- Fleißarbeit von Heinke, die wegen eines Sturms in Helgoland fest lag, die Autos reserviert, gepackt, wieder aussortiert, gewogen, entschieden, was mit ins Flugzeug mitgenommen werden musste, da unser Transporter erst zwei Tage später unten sein würde.

 

Eine Woche vor Projektbeginn spielte das Wetter auch noch verrückt. Ein Sturm, der Medicane, oder Zyklon, wie ihn die Griechen nannten, fegte eine Woche vor Projektbeginn über die Insel und legte einiges an Infrastruktur lahm. Unsere Unterkunft war glücklicherweise nicht in Mitleidenschaft gezogen.

 

Steffen B. und Marc fuhren mit dem Transporter und dem größten Teil des Materials Richtung Venedig los, um dort auf die Fähre Richtung Griechenland einzuschiffen. In Griechenland angekommen mussten sie noch zu einem anderen Hafen weiterfahren - es war eher ein Fliegen über die Straßen, so dass sie die letzte Fähre nach Kefalonia erreichten und mit dem Rest des Teams am Sonntagabend zusammen treffen konnten.

 

Der Rest des Projektteams flog mit der letzten verbliebenen Airline von Frankfurt-Hahn am 25.09.2020 entspannt nach Kefalonia. Im Fluggepäck hatten wir ja die Ausrüstung, um bereits mit den Vorbereitungen an der „AGIA ELÉOUSSA“ beginnen zu können. Seile, Helme, SRT-Gurtzeug, zwei Sätze Sidemount-Ausrüstung und Material, um die Abseilstellen einrichten zu können. Leider war die Security über unsere guten Steinbohrer im Handgepäck nicht so erfreut. Wir mussten sie entsorgen, aber zum Glück hatten wir noch andere im aufgegebenen Gepäck dabei.

 

Am Flughafen in Kefalonia holten wir nur noch unsere Mietautos ab und konnten direkt zur Unterkunft fahren. Dort sahen wir was der Medicane angerichtet hatte. Die weit aufgerissenen Augen des Personals der Autovermietung sagten schon fast alles, als die hörten wohin wir fahren wollten. Die Menschen in Agia Effimia waren immer noch dabei den Schlamm aus den Wohnungen zu kehren. Im Hafen sah man nur noch die Masten der untergegangenen Schiffe. Viele Geschäfte waren zu und die Straßen teilweise nicht befahrbar, die Brücken eingerissen.

 

Unsere Unterkunft war glücklicherweise nicht in Mitleidenschaft gezogen; sie war einfach aber sauber. Wir hatten drei große Appartements, die auf eine riesengroße Terrasse führten; mit einem wunderschönen Blick über das Meer und genügend Platz für unsere Ausrüstung

Noch am Ankunftstag meldeten wir uns bei Makis, der uns zur Höhle führte, damit wir uns schon einmal einen ersten Eindruck machen konnten. Er hatte nicht viel Zeit, da er beim Bergen der vielen Boote im Hafen half und so ließ er uns alleine mit dem tiefen und beeindruckenden Loch. Wir machten schon erste Pläne, wo wir die Abseilstelle und den Materialtransport incl. Rettungstransport einrichten wollten.

 

Die Supermärkte waren noch offen, so dass wir noch alles einkaufen konnten um den Tag mit vielen Plänen für die nächsten Tage mit einem leckeren Abendessen ausklingen zu lassen.

 

Der nächste Tag stand im Zeichen des Schachteinbaus. Olli Schöll hatte im Team die meiste Erfahrung und übernahm diese Aufgabe. Am Nachmittag stand der Einbau und beide Ollis konnten mit dem Scouting beginnen. Wir wollten prüfen, ob das große Besteck an der Agia Eléoussa überhaupt zum Einsatz kommen würde.

Nachdem man sich die ca. 60m den Schacht nach unten abgeseilt hat, seht man auf einem Hügel, auf dem sehr viel Müll herum liegt. Die Einheimischen nutzen die Löcher im Boden um einiges loszuwerden – leider. Vom Hügel aus kann man rechts und links einen Wasserpool sehen  – die Eingänge zum Nord- und Südsiphon. Wir seilten alles Nötige ab, was die beiden brauchten um erst einmal OC-Sidemount den Südsiphon zu erkunden. Steffen K. half ihnen von der Oberfläche aus.

 

Nachdem am Vortag erste Erkenntnisse zum Südsiphon während des Tauchgangs von Olli S. und Olli O. gewonnen wurden, wollten Steffen K. und Olli O. ausgestattet mit ihrem Liberty Sidemount-Rebreathern in aller Ruhe nach weiteren möglichen Fortsetzungen in Richtung Inselinneres suchen. Am Vortag hatten sie einige vielversprechende Stellen gefunden.

Zuerst suchten sie in Spalten und Nischen im tiefen Teil auf ca. 25m auf der westlichen Seite des Ganges. Danach überprüften sie den Jump, der rechts der Hauptleine Richtung Südwest abging.

Leider konnten sie bis dahin keine Fortsetzungen in den Felsspalten finden.

Am T-Stück der Hauptleine tauchten sie erstmal auf. So konnte Steffen K. die große Halle in Ruhe anschauen und sich von den begeisterten Erzählungen überzeugen.

Nun folgten sie vom T-Stück der Hauptleine der am Tage zuvor verlegten Leine Richtung Südwestecke der Versturzhalde. Am Leinenende angekommen wartete Steffen K. während Olli O. sein Spool nahm und es am Leineende befestigte. Es sah, nach einer möglichen Fortsetzung aus. Wie hoch ist die Chance hier eine Fortsetzung zu finden und vielleicht Neuland zu machen? Macht der enge Gang wieder auf und wird wieder mehr Platz bieten? Ist vielleicht nach ein paar Metern wieder Schluss und der sehr schmale Gang hört abrupt auf? Kann man gefahrlos ohne hängen zu bleiben, den Gang wieder rückwärts tauchen? Wie fest war das Gestein durch die regelmäßigen Erdbeben in der Region? Makis hatte uns zur Vorsicht ermahnt, vor allem nach der Naturgewalt des Medicane. Die Zerstörung konnten wir jeden Tag auf der Insel sehen.

Die Spalte wurde mit jedem Meter immer enger. Nach ca. 15m war die Spalte so eng, dass Olli O. nicht weiterkam. Er versuchte noch kleinere Steine beiseite zu schaffen. Dabei wurde die Sicht so schlecht, dass er in eine NoVis Situation kam. Nach einigen Minuten klarte es zwar ausreichend auf und er konnte sich wieder ein paar Meter vorarbeiten, aber mittlerweile war die Spalte so eng, das über ein Weiterkommen nicht zu denken war. Olli O warf einen letzten Blick in die Tiefe des engen Ganges; es sah so aus, dass der Gang nach einigen Metern weiter auf machte; aber unerreichbar für uns in der jetzigen Situation und den aktuellen Bedingungen.

 

Langsam und mit letzten Blicken genossen die beiden die Schönheit der Agia Eléoussa mit ihren unzähligen unfassbar grossen Tropfsteinen bis sie wieder am Pool des tiefen Schachtes auftauchten. Etwas enttäuscht schauten Steffen K. und Olli O. sich an, da es das Ende der weiteren Exploration im Südsiphon der Agia Eléoussa bedeutete. Vielleicht bringen ja die anderen Teams bessere Neuigkeiten vom Nordsiphon mit…

 

Der Nordsiphon ist an der Abtauchstelle deutlich leichter zugänglich und größer als der Südsiphon. Heißt ein größerer Gang auch gleich größere Höhle?

 

Mit EAN32 im Loop ging es los. Oli Schöll bewaffnet mit der Filmkamera, vorweg Mats und Schüssi mit dem Reel und dem Explorer-Gesicht. Steffen B. hinterher, so unser Plan. Steffen B. sollte sich um den Kameramann kümmern, der manchmal so fokussiert auf seine Aufnahmen war und auf sich selbst nicht mehr aufpassen konnte. Der Untergrund, über den sie laufen mussten, ließ sie 30-40cm im Lehm versinken. Nun, bereits vor dem Betreten des Wassers war keine Leine zu sehen, also hatten sie gleich zu Beginn die Leine außerhalb des Wassers befestigt. Sie tauchten ab und konnten im Cavernbereich ebenfalls keine Leine finden. Sie hofften weiter auf das große Neuland, blieben ganz entspannt, hatten sie ja noch 2 weitere Explorer-Reels dabei. Die vier wussten nicht wohin die Reise noch geht und die Erwartungen waren groß.

Die ersten Tie-Offs waren durch Mats und Schüssi schnell gesetzt, richtig professionell und heimlich geübt sah das aus. Beim Abtauchen in die Höhle sah Steffen B. plötzlich auf der anderen Seite des Ganges, die vorhandene Mainline. Sie knüpften dort an. Den Verlauf der Mainline Richtung Oberfläche wollten sie erst auf dem Rückweg checken.

Der Gang wird schmaler, dafür höher, die ersten Stalaktiten ragten von der Decke. Der Boden war mit sehr feinem, lehmigem Sediment bedeckt. Diese Schicht lässt an Schnee erinnern. Eine idyllische Winterlandschaft mit 30cm Schnee auf Felsen und Dächern. Hier nur hell-braun lehmig aber wahnsinnig gefährlich. Kommt eine Flosse zu nahe, explodiert der "braune Schnee" verzaubert seinen Einfallsbereich zu einem Nullsichtbereich.  Zwischendurch ragten massive Stalagmiten empor, teils verbunden mit kräftigen von der Decke hängenden Stalaktiten, umsäht von unzähligen kleinen und feinen weiteren Tropfsteinen. Die Ausmaße der Tropfsteine reichten von feinen im 0,5cm im Durchmesser mit 10 - 20cm Länge bis hin zu massiven zwei Meter dicken Stalagnat, die wohl hunderttausende Jahre gewachsen sind.

Der erste Tauchgang war gepaart von Bewunderung über die prachtvollen Tropfsteine, der gepuderten Welt sowie Neugierde wohin uns die Leine führt. Sie führte uns durch eine S-Kurve und die Anzahl der großen Tropfsteine wurden immer größer. Wir kamen in eine 40m lange, 30m breite und 20m hohe Halle, die auf der rechten Seite mehrere Verstürze hat. Anschließend gelangt man in eine flache, nur noch 5m hohe, mit unzähligen Stalagmiten und Stalaktiten bestückte runde Kammer. Wie auf einem Silbertablett präsentieren sich hunderte Tropfsteine. Recht mittig, an einem Stalagmit ist die Leine befestigt. Als Steffen B. den Punkt erreichte blickte er in die traurigen Augen von Mats und Schüssi; sie hatten das Ende erreicht. Hier ging es nicht mehr weiter, oder? Olli S. war damit beschäftigt die Eindrücke auf Film festzuhalten, so suchte der Rest verzweifelt nach einem Fortgang, immer vorsichtig, um ja keinen Tropfstein abzubrechen, die teils sehr „ungünstig“ gewachsen sind. Wir suchten den Raum ab und mussten feststellen: Das hat seinen Grund, warum die Leine nicht weiter geht. Wir konnten leider keine Fortsetzung finden.

Nachdem wir den Raum noch einmal gemeinsam ausgeleuchtet, bestaunt und auf uns wirken haben lassen, machten wir uns auf den Rückweg. Da hinaus die rechte Seite einer Wand gleicht, auch wenn teils einer wunderschönen fetten Kalkschicht überzogen, konzentrierten wir uns auf die linke Seite und die vielen Verstürze. Viele große Blöcke sind von der Decke gefallen, und haben die daran befindlichen Stalaktiten platt gemacht. Manche Felsbrocken hatten deutlich weniger bis gar kein Sediment auf ihren Oberflächen. Wir drangen in so manch engen Gang ein, mussten jedes Mal bei Nullsicht rückwärts wieder raus. Wir konnten keinen Erfolg in der Suche nach einer Fortführung vermelden. In einem weiteren Seitenarm deutete sich eine Fortsetzung durch die Decke an. Leider wurde diese so eng, dass wir aufgeben mussten, ohne das Ende des Schachtes erkennen zu können. Wir nutzen auf dem Rückweg die Möglichkeit in der S-Kurve zwei kleine Spalten zu begutachten welche uns bereits auf dem Weg hinein aufgefallen waren. Wie sich herausstellte konnte man sich dort zwischen den Tropfsteinen durchschlängeln, um die S-Kurve abzukürzen, aber nicht einen anderen Gang zu finden.

Interessant war jedoch, am Ende der S-Kurve, sowie auf den folgenden 5m, an denen der Gang wieder richtig breit wird und Richtung Ausgang führt, entdeckten wir in Bodennähe ein Flimmern…

 

Da wir in Brackwasser tauchten, ist davon auszugehen, dass dort Süßwasser austritt. Heinke und Steffen B. untersuchten am nächsten Tag den Grund genauer und konnten mehrere Austrittslöcher feststellen. Der ganze Bereich enthält ca. 20 Löcher, teils ist das am Boden befindliche Sediment richtig darin abgesackt, es sah teils sehr frisch mit "rauen" Abbruchkanten aus. Möglicherweise eine Folge des starken Regens die Woche zuvor? Durch den Aufwendigen Zugang zu dieser Höhle sind bisher nur wenige Taucher in der Höhle gewesen. Wir konnten leider nicht ermitteln ob andere Taucher zuvor die gleiche Beobachtung machen konnten. Manche dieser Löcher aus denen Wasser dringt sind nur 10-20cm im Durchmesser, andere sind 50 - 120cm. Traurig mussten wir feststellen, dass auch in den größeren definitiv kein Fortkommen möglich ist.

Wir beschlossen keine weiteren Tauchgänge im Nordsiphon vorzunehmen. Für den Südsiphon kamen wir auf das gleichen Ergebnis. Auch dort definitiv keine Fortsetzung. So räumten wir unser Lager und zogen weiter, um uns andere Höhlen anzusehen.

 

Auf der Ostseite der Insel befindet sich in 30m Wassertiefe, ca. 60m entfernt vom Ufer der Eingang zu einer Höhle welche im Frühjahr upstream und in der übrigen Zeit, v.a. im Herbst downstream verläuft. Zu den starken upstream Tagen würde das Wasser von 30m Tiefe aus der Höhle herausschießen und und an der Meeresoberfläche deutlich zu erkennen sein.

Der viele Regen die Woche zuvor gab uns Hoffnung, dass die Richtung in dieser Jahreszeit evtl. anders verläuft. Auch wenn wir uns nicht die große Chance erhofften, so wollten wir es zumindest einmal versuchen. Unsere Recherchen vorab ergaben, dass die Höhle tief nach unten geht. Auf Grund dessen waren dort bisher nur sehr wenige Taucher. Wir hörten von einem, der an einem dicken Seil befestigt in die Höhle bis auf 90m tauchte und von seinen Kameraden wieder herausgezogen werden musste. Wir waren gespannt auf unser Scouting, bei dem wir keinerlei Risiko eingehen wollten. Es ging erstmal darum den Eingang zu finden und die Strömung zu checken. Sofern es die Bedingungen erlaubten, hätten wir vor Ort entschieden ob wir mal ein „Guggerle“ wagen. Wir ließen uns von Makis eine Beschreibung geben. Anfangs wussten wir nicht, ob die Beschreibung genau genug ist: "... geradeaus, bis ihr zwei Steine seht. Also dort liegen viele Steine, aber an den zweien die ich meine, müsst ihr nach rechts... Ihr erkennt sie schon."

So sollte es auch kommen. Wir parkten die Autos direkt an der Küstenstraße, die Sonne prallte auf den heißen Asphalt. Schatten suchte man vergebens.

Wir installierten zwei Seile als Geländer, da der Weg zum Ufer über eine schräge Felsplatte führte, die mit Sand und Geröll bedeckt war. Das Team half und trug 2 Bailout-Stages mit 18/45 sowie zwei Scooter zum Wasser während Olli O. und Steffen B. die RBs fertig machten und sich in die Anzüge quälten.

Im Wasser angekommen, die Predive-Sequenz samt Safety-Check vollendet, tauchten sie ab und waren gespannt was sie erwartet. Sie erkannten die beiden Steine sofort und bogen ab, dem Grund folgend bis auf 30m Tiefe. Der Grund verläuft trichterförmig auf die Höhle zu; und bereits bevor sie das Loch sahen, wussten sie es handelt sich um einen Volltreffer. Langsam wagten sie sich in das Loch am Meeresgrund, welches einen Durchmesser von ca. 8m hatte, aber nach unten kleiner wurde. Sie behielten ihre Hand vorsorglich am Trigger des Scooters, denn sie bemerkten wie die Strömung sie nach unten sog. Vorsichtig tasteten sie sich bis auf den Grund des Loches vor und konnten in die Höhle blicken. Vom senkrechten Loch knickte die Höhle um 80° Richtung Insel ab. Um sich einen Eindruck verschaffen, ließen sie Sand aus ihren Händen rieseln und verfolgten wie die Sandkörner und v.a. kleine Schwebteilchen in das dunkle Loch gezogen wurden.

Nach einem kurzen Blick war klar, dass sie in das Loch nicht tauchen werden. Aber man kann ja mal näher heran. Sie keilten sich zwischen felsiger Höhlendecke und sandigem Grund ein, und spürten die Turbinenwirkung der Engstelle deutlich. Es war klar, dass man gegen diese Strömung nicht anschwimmen konnte. Für so einen Tauchgang benötigt man mehr Vorbereitung und Risikoabschätzung. Nach ein paar Runden im "Höhlen- Höllenpool" mit dem Scooter nach oben schraubend war deutlich zu spüren, wann man aus dem Sog der Höhle heraus war. Peilung Richtung Ufer düsten sie zurück. Auf den letzten 150m versagte Ollis Scooter; was für ein Glück, dass das nicht in der Höhle passierte! Die langsamere Geschwindigkeit auf dem Rückweg sorgte dafür, die Deko "on-the-walk" abgeschwommen werden konnte, wo sie das Team bereits erwartete und aus dem Wasser half.

 

Das Foto- und Videoteam der Cavebase hat sich, auch in diesem Jahr, das Ziel gesetzt möglichst gute Bilder unter, wie auch über Wasser zu machen. Die Besonderheit bei diesem Projekt war, schöne Aufnahmen des Abseilens in der ersten Höhle zu machen. Wir hatten hierfür 2 GoPro’s sowie 3 Systemkameras zur Verfügung. Um möglichst nah am Geschehen (aus Sicht des Zuschauers) zu sein, entschlossen wir uns zum Beispiel dazu, eine GoPro auf das Bein eines Kletterers zu befestigen und diese zusätzlich am Schnürsenkel zu sichern. Die andere GoPro befestigten wir auf dem Helm. Dies ergibt einen tollen Einblick und bringt den Zuschauer mitten ins Geschehen. Mit den Systemkameras machten wir verschiedene Aufnahmen während des Einbaus des Schachtes, sowie während des Abseilens. Mit den Drohnen konnten wir an dieser Stelle leider nicht viel filmen, da der Eingang zur Höhle stark mit Bäumen und Sträuchern zugewachsen war. Für die Unterwasseraufnahmen standen uns 3 Kameras, zwei GoPros und eine Paralenz zur Verfügung.

Bei dem ersten Tauchgang lernten wir die Höhle kennen und machten einige Probeaufnahmen. Im Anschluss haben wir diese kritisch betrachtet und über Verbesserungen diskutiert. Mit einem guten Plan für den zweiten Tauchgang und einigen Zeichnungen wurden die ´´Models´´ gebrieft und einige Trockenübungen durchgeführt. Unterwasser muss schließlich alles stimmen- an dieser Stelle vielen Dank für die Geduld. Unterwasser wurden das Besprochene umgesetzt und es gelangen uns einige tolle Aufnahmen. 

Für den nächsten Tag waren Scooter-Aufnahmen geplant. Dies entpuppte sich als eine knifflige Aufgabe, da alle Taucher scootern und man dies bestmöglich filmen und fotografieren wollte.

Wir wollten anfangs vor der Höhle in V-Formation, dicht unter der Wasseroberfläche scootern und den Weg zum Eingang der Höhle sowie das Abtauchen mithilfe einer Drohne filmen. Also begannen wir mit Trockenübungen sowie das Stellen der Formation. Hier klappte alles sehr vorbildlich. Guter Dinge stiegen wir ins Wasser um das Besprochene in die Realität umzusetzen, dabei entstanden die ersten Probleme.

Einige wussten nicht mehr an welcher Position sie in der Formation gehörten und die V-Formation sah nach einiger Zeit nicht mehr nach einem V aus. Wir wären wirklich schlechte Zugvögel aber wir sind ja auch fürs Wasser gemacht ;)

An einer Stelle in der Höhle fuhren wir im Kreis, damit wir an einer bestimmten Stelle der Höhle gute Filmaufnahmen machen konnten. Nur machte es den Anschein als wüsste keiner mehr, wie oft noch im Kreis gefahren werden musste, also hörte keiner wirklich auf. Es hatte den Anschein von einem außer Kontrolle geratenem Karussell. Jedenfalls kam bei diesem Tauchgang der Spaß nicht zu kurz. Letztendlich ist das Foto/Videoteam noch mehr zusammengewachsen, hat einiges dazu gelernt und hofft, in der Zukunft daran anzuknüpfen.

 

Und was haben wir noch alles gemacht? Uns die Insel angeschaut, zwei kleinere Höhlen angeschaut, viel Eis (einer besonders viel) gegessen; zusammen gekocht und gebacken, schöne Abende mit viel Ouzo gehabt, ein großes Essen in einem einheimischen Restaurant im Inneren der Insel genossen. Viele Gespräche gehabt, die Ausrüstung optimiert und und und….

 

Am Freitagabend machten sich Marc und Steffen B. mit dem Transporter auf dem Weg und die anderen flogen am Samstag mit vielen Eindrücken von Erlebten zurück. In Frankfurt-Hahn trennten sich unsere Wege. Aline, Matz und Heinke fuhren in den Norden, Schüssi, Olli O. und Olli S. nach Mittel- und Süddeutschland.

 

Fazit: Kefalonia war nicht nur planerisch das bisher komplexeste Projekt der Cavebase Geschichte. Das Projekt hat uns als Cavebase nochmal ein ganzes Stück weitergebracht und unsere Fähigkeiten, auch diese Art von Höhlen zu betauchen, erweitert. Kefalonia wird uns oder zumindest den ein oder anderen von uns, wiedersehen.

 

In diesem Sinne

Eure Cavebase

 

Video

 

 

 

 

 

Informationen zur Source du Castor

Die Gorges de l‘Ardèche

Im Südosten von Frankreich und in der Region Auvergne-Rhône-Alpes entspringt im Naturpark Mont d‘Ardèche der Fluss Ardèche. Auf seinem Weg zur Mündung in einen Seitenarm der Rhône bahnt sich die Ardèche seinen spektakulären Weg durch die Gorges (dt.: Schluchten) de l’Ardèche. Dieses Gebiet ist bekannt für seine Landschaft und die vielen Höhlen und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wassersportler (Kanu, Kajak, …) und Wanderer, die vom Pont d’Arc im Nordwesten bis ca. 30km weiter flussabwärts in Saint-Martin-d’Ardèche) die Natur und Aussicht genießen.

Die Gorges de l’Ardèche ist mit seiner einzigartigen Fauna und Flora seit November 2018 ein nationales Naturreservat mit einer Fläche von ca. 2000 ha. Auf dieser Fläche stehen zum einen der Naturschutz zum anderen aber auch das Sensibilisieren und Erleben der Natur im Vordergrund. Deswegen unterliegt das ganze Gebiet strengen Regeln, die eine friedliche Koexistenz der Natur und der Besucher ermöglichen sollen. Die Verantwortlichen des Gebiets wollen dabei nicht mit strengen Verboten das Reservat für Besucher unzugänglich machen, sondern vielmehr durch Vorgaben und Regeln die Natur erlebbar machen, ohne diese zu stark zu belasten. Gleichzeitig findet immer noch die Erforschung des Reservats statt. So sind Drohnen im kompletten Naturschutzgebiet ohne Genehmigung untersagt. Hierbei geht es nicht alleine, um die Vermeidung von Lärm, sondern vor allem, um den Schutz der dort beheimateten Raubvögel.

Ziel der diesjährigen Expedition war die Source du Castor, welche ausgehend von Pont d’Arc flussabwärts auf der rechten Seite in der Nähe der bekannten Felsformation „cathédrale“ befindet.

Wenn man in der Gorges de l’Ardèche Höhlen besichtigen / erkunden oder gar explorieren will, muss diese Unternehmung mit den Verantwortlichen des Naturreservats abstimmen und genehmigt werden. Vor allem bei Explorationen, sollten diese bis zum 31. Januar des geplanten Jahres, eingereicht werden. Gleichzeitig müssen die Ergebnisse aus den Erforschungen mit den verantwortlichen Behörden geteilt werden.

In der Vorbereitung von unserem Projekt haben wir diese Genehmigung beantragt und uns mit den Verantwortlichen abgestimmt. Diese standen unserem Projekt aufgeschlossen gegenüber, allerdings muss man alle Informationen zum Projekt (Ziel, geplant Tauchgänge, Anzahl Taucher usw.) zusammenschreiben. Nachdem wir alle Informationen zum Ablauf zur Verfügung gestellt hatten, wurde unser Projekt für 2019 genehmigt. Zusätzlich wurden wir gebeten neben unserer Suche nach einer Fortsetzung auch im vorderen Bereich noch ein wenig zu dokumentieren. Während des Projekts haben uns die Verantwortlichen auch besucht, um uns kennenzulernen und haben uns Einblicke in ihre Arbeit gegeben. Im Laufe des Besuchs hat sich gezeigt, dass es den Verantwortlichen, um ein Miteinander geht und nicht das oberste Ziel ist, jegliche Aktivitäten zu verbieten.

 

Die Höhle Source du Castor

Die Source du Castor ist eine Unterwasserhöhle deren Eingang am Ufer des Flusses Ardèche liegt. Die Höhle kann über zwei schmale Öffnungen betaucht werden. Teile des Eingangs liegen permanent unter der Wasseroberfläche, so dass die Höhle nicht trocken betretbar ist.

 

Historie Höhlenexploration (Quelle: www.plongeesout.com)

  • Wann die Höhle entdeckt wurde ist nicht bekannt. Erste Erkundungen wurden durch den G.E.P.S sowie lokale Taucher durchgeführt.
  • 1979 hat der S.C. Paris begleitet durch F. LE GUEN die Höhle auf eine Länge von 430m und einer Tiefe von 50m erforscht.
  • 1981 hatte die Schweizer Tauchgruppe G.L.P.S. den tiefsten Punkt der Höhle auf 68m erreicht und die Höhle bis auf 640m erforscht.
  • 2005 Fred Badier & Xavier Meniscus finden eine Fortführung und Xavier Meniscus erweitert bis 2008 kontinuierlich den Höhlenverlauf auf 800m. Dort endet die Höhle in der Salle Chaotique, wo man auftauchen muss:
    • Explorationsvideo von Xavier Méniscus (2008): 
       
    • Virtuelle Tauchgang von Frank Vasseur: 
       

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Organisation komplexer Tauchprojekte mit ungewisser Planungssicherheit

Des Öfteren werden wir gefragt, wie wir solche aufwendigen und komplexen Tauchgangsprojekte durchführen. Wie sich sicherlich jeder denken kann, ist dabei das A und O eine akribische Vorbereitung. Recherche zum Explorationsprojekt, ideale Projektzeit wegen Witterungsbedingungen, Sicherheitskonzept, Übernachtung und alles was dazu gehört. Und natürlich wie soll es anders sein, der perfekt durchdachte Plan. Abfahrtszeit, Ankunft, Transport, Vorbereitung, Push-TG, Videodokumentation usw. Bereits bevor wir losfahren gibt es hierzu einen Plan bzw. haben wir eine grobe Vorstellung, wann was stattfinden soll.

 

 

Allerdings hat sich im Laufe der Jahre gezeigt, dass wir es selten schaffen den perfekten Plan umzusetzen, so wie wir uns das im Vorfeld überlegt haben. Mal dauert der Transport länger oder die Seilbahn will nicht so schnell wie wir usw. Dass Änderungen im Plan nicht zum kompletten Chaos führen, sind wir deswegen über gegangen unsere Pläne für die Explorationsprojekte nicht mehr bis ins letzte Detail durchzuplanen. So hat sich bei uns in den letzten Projekten folgendes Arbeitsmodell etabliert.

  • Es werden Ziele (Materialtransport, Depots anlegen, Fotos und Videos, Leine flicken, …) definiert die es im Laufe des Projektes zu erreichen gilt.
  • Um eine ungefähre Marschrichtung zu haben, sind die Ziele an Tage geknüpft, wann sie erreicht sein sollen.
  • Neben den Zielen gibt es kleinere Teams, die einzelne Ziele verfolgen. So haben sich bei uns die Teams Support, Video/Foto, Dokumentation/Vermessung sowie Push herauskristallisiert.
  • Jeder Teilnehmer wird einem Team zugeordnet, in welchem er vorrangig mithilft.
  • Wird in einem Team Unterstützung benötigt, wechseln einzelne Teilnehmer für eine kurze Zeit das Team, um sicherzustellen, dass das gesetzte Ziel erreicht wird.
  • An jedem Vorabend sitzen die Teams zusammen und planen den Folgetag für sich. Hierbei werden der Projektverlauf bzw. die Zielerreichung des vergangenen Tages berücksichtigt und die Ziele ggfs. angepasst.
  • Im Anschluss trifft sich die komplette Explorationsmannschaft und geht die Pläne für den Folgetag der einzelnen Teams durch und stimmt diese aufeinander ab. Hieraus resultiert die Tauchgangsplanung für den Folgetag und berücksichtigt dabei die Länge der Tauchgänge und z.B. die Wünsche vom Videoteam, um fehlende Aufnahmen noch machen zu können, in einer bestimmten Reihenfolge tauchen wollen.
  • Am Tag selbst findet nach dem Frühstück nochmal ein kurzes Briefing statt, bei welchem der Tagesplan nochmal durchgesprochen und bestätigt wird.
  • Am Tauchplatz haben wir einen Verantwortlichen für die Koordination der Taucher. Zum einen dokumentiert dieser Ab- und Auftauchzeiten. Zum anderen hat er den Überblick über alle Taucher und kann, falls es wegen unvorhersehbaren Ereignissen nötig ist, in Abstimmung mit den Tauchteams, die Reihenfolge der Tauchgänge anpasst.

 

Für uns hat sich diese dynamische Planung (mit Zielen/Meilensteinen im Hintergrund) bewährt. Zum einen können wir schnell auf Unwägbarkeiten reagieren und zum anderen verlieren wir nie das große Ganze aus den Augen und schaffen es gleichzeitig viele Taucher ins Wasser zu kriegen, so dass jeder zu seinem Spaß kommt.

 

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Bericht des Foto / Doku Team

Natürlich sollten auch bei diesem Projekt wieder Bilder und Videosequenzen entstehen und neben der eigentlichen Push-Dives noch weitere Bereiche der Höhle nach möglichen Abzweigungen abgesucht werden. Hierfür waren unsere Support- und Video-/Fototeams zuständig. Schon beim Materialtransport wurde mit Videoaufnahmen gestartet und erste Eindrücke festzuhalten.

 

 

Der erste Tauchgang in der Castor gebührte dem Videoteam, bestehend aus Tom, Marcel und Mats. Da wir letztes Jahr feststellen mussten, dass die Sicht in der Castor bei vielen Tauchern sehr schnell eintrübt, sollte die gute Sicht beim ersten Tauchgang genutzt werden, um Videosequenzen und Bilder vom Supportteam beim Anlegen der Depots zu erstellen und erste Weitwinkelaufnahmen der Höhle zu produzieren. So tauchte das Videoteam ein paar Minuten vor dem Support ab und platzierte sich in der Höhle. Bereits beim ersten Abtauchen empfing sie die Höhle mit traumhaften Sichtweiten und idealen Bedingungen, um Bilder zu schießen. So legten die 3 Taucher direkt los und filmten und knipsten was das Zeug hält. Kurz darauf kam dann auch das Supportteam bestehend aus Ben und Guy mit den Scootern und jeder mit einem „Anker“ von Stageflaschen vorbeigefahren. Nachdem die ersten Aufnahmen des Supportteams erledigt waren ging das Foto Team ein wenig tiefer in die Höhle und hatte auch hier beste Bedingungen. Bis zu einer Tauchtiefe von etwa 45m wurden an diesem Tag Bilder geschossen und kleine Videosequenzen gedreht. Nach dem Tauchgang waren alle ganz gespannt was sie auf ihren Speicherkarten so alles finden würden. Die ersten Bilder sahen hierbei sehr vielversprechend aus. Wie befürchtet musste das Team im Laufe des Tages feststellen, dass die Höhle aufgrund von viel Lehm immer mehr eintrübte und die klasse Sicht, welche zu Beginn vorhanden war, langsam schwand. Hätte das Team geahnt, dass die Sicht so stark eintrübt, wäre der erste Fototauchgang sicher noch sehr viel länger geworden.

 

 

An Tag 2 wollten Tom und Heinke am Morgen einen weiteren Fototauchgang machen. Leider hat Toms JJ etwas gestreikt, sodass kurzfristig die Pläne geändert wurden, und Heinke zusammen mit Mats und Marcel im Bereich von 300 bis 400 Meter nach möglichen Abzweigungen gesucht hat. In diesem Bereich gibt es Hallen die bis zu 25m hoch sind und spitz in verschiedene Ecken zulaufen. Für das Team war es sehr beeindruckend hier von 45m einen Aufstieg auf etwa 20m in der Vertikalen durchzuführen, ohne sich die Köpfe an der Höhlendecke anzuschlagen. Leider wurde hier jedoch kein weiterer Gangverlauf entdeckt, jedoch einige imposanten Stellen der Höhle betaucht.

 

 

Am dritten Tauchtag sollte es das Team, bestehend aus Marcel & Mats, zum ersten Mal hinter den Knick auf 70m führen. Der Plan bestand darin, einige Stageflaschen zum Ende von Sump 1 zu bringen und an der Engstelle bei etwa 680m einen Teil der Leine neu zu verlegen, da die Pushtaucher hier über lose Leine klagten. So machten sich die 2 Taucher bewaffnet mit Backup-Gas und Stages für die Pushtaucher auf den Weg nach „hinten“. Bis zur Engstelle sollte es jedoch ein paar Minuten dauern. Die Leinensituation im hinteren Bereich ist nicht gerade übersichtlich und so tauchten die 2 Jungs erst einmal einen kleinen Loop bevor sie die richtige Abzweigung nahmen. An der Engstelle starteten sie mit dem Verlegen der Leine. Als die Arbeit erledigt war signalisierte Mats, dass er sich etwas sorgen um seine Ohren machte und lieber nicht weiter auftauchen wollte. Daher beschloss das Team die Stages für die Pushtaucher an der Engstelle abzulegen und den Rückweg anzutreten. Auf ihrem Rückweg merkten die 2 Taucher erst einmal wie viele verschiedene Leinen im hinteren Bereich gespannt sind und nahmen sich hierbei vor, dieser Problematik bei einem weiteren Tauchgang entgegen zu wirken.

Am folgenden Tag ließen Mats und Marcel nun Taten folgen. Bewaffnet mit einer Hand voll Cookies, Arrows und Reels machten sie sich wieder auf den Weg nach hinten. An jeder unübersichtlichen Stelle wurden entsprechend Arrows verlegt und der Abzweig zur Schweizer Glocke wurde mit einem Cookie markiert. Anschließend machte sich das Team auf sicheren Wegen wieder zurück. Beim Abstieg zur 70m-Stelle wurde das Team dann noch vom Pushteam Max, Olli und Steffen überholt, welche mit einer anderen Geschwindigkeit den Abstieg meisterten. Auf dem Rückweg wurden dann bereits die ersten Depots abgebaut und einige Flaschen mit nach draußen genommen.

 

 

Parallel zu diesen Arbeiten hat sich das Fototeam Heinke und Tom mit ihrem Modell Florian auf den Weg gemacht noch ein paar tolle Fotos zu schießen. Leider war durch die vielen Tauchgänge im Laufe der Woche und dem Lehm in der Höhle die Sicht noch weiter eingetrübt, sodass Weitwinkelaufnahmen wie am ersten Tag mit großen Gängen und glasklarem Wasser nicht mehr möglich waren, aber trotzdem hat das Team einige tolle Bilder erstellt.

 

 

Auch am letzten Tag machte sich nochmal das Fototeam Tom, Heinke und Florian auf den Weg ein paar Bilder zu schießen. In der Hoffnung bessere Sichtweiten zu haben, wurde das Team als erstes ins Wasser geschickt. Dieser Schachzug sollte belohnt werden. Im Canyon wurden einige tolle Bilder erstellt. Auch das Team Marcel & Mats schnappte sich noch einmal die Kamera und machte sich „in den Diensten der Wissenschaft“ auf die Suche nach Höhlenbewohnern. Neben ein paar Fischen war das Hauptziel ein kleines Krebstierchen zu suchen. Das Team legte die Maximaltiefe für diesen Tauchgang auf 50m fest. Wie es der Zufall manchmal so will, wurden die 2 auf 49m fündig und konnte das kleine Tierchen mit der Kamera festhalten. Auf dem Rückweg wurde sogar noch ein Zweites gefunden. Mit einer kurzen Austauchsequenz aus der Höhle beendete das erste Tauchteam der Woche auch den letzten Tauchgang.

 

 

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Bericht der Push Taucher

EOL

Zu Beginn des Projekts bestand das Team der Pushtaucher aus 2 Mann, Max und Fabi: Bereits beim ersten Tauchgang gelang es uns innerhalb von 70 Minuten bis zum EOL in die Salle Chaotique zu tauchen. Lediglich das Finden der Fortführung 100m nach der Schweizer Glocke hat uns etwas Zeit gekostet, da wir in dem siltigen Bereich nicht auf Anhieb die Fortführung fanden. Erst nach einigem Suchen erschloss sich uns die Fortführung, welche vom Versturz aus senkrecht nach oben ging. Mit dem Erreichen der Salle Chaotique hatten wir mit dem ersten Tauchgang des zweiten Projektes bereits die Ergebnisse des vorangegangenen Projektes in der Castor (http://cavebase.de/index.php/de/projekte/2018/8-portfolio/166-source-du-castor-juni-2018)  deutlich übertroffen. Da wir jedoch nicht die benötigte Ausrüstung für einen Ausstieg dabei hatten, beließen wie es bei einem kurzen „Guckerle“ und machten uns auf den Rückweg. Den witterungsbedingten Abbruch des letzten Projekts vor Augen, wollten wir die vorherrschenden guten Bedingungen dieses Jahr unbedingt nutzen. Auf dem Weg zurück kam es noch zu einer kritischen Situation als sich der Propeller von Max‘s Scooter in einem losen Leinenende verhedderte. Dank des Proplock am Suex XK1 konnte Max den Scooter ohne viel Zeitverlust aus der Leine lösen und den Weg aus der Höhle fortsetzen. Hier zeigt sich deutlich, dass eine schlechte Leinenführung in der Höhle ein Sicherheitsrisiko darstellt. Das Team hatte im ersten Projekt angefangen das Leinenchaos in der Castor zu beheben, mussten sich aber im Anschluss an das Projekt rechtfertigen, weil wir (lose) Leine aus der Höhle entfernt hatten und damit Vermessungsarbeit anderer Taucher zerstört hätten. Deswegen mussten wir zum Erhalt der Tauchgenehmigung versprechen die Leinensituation so zu belassen wie wir sie vorfinden. Hier muss man sich schon fragen, ob das Leinenchaos, das sicher keinem mehr als Vermessungsleine dient, das Sicherheitsrisiko wert ist. Vor allem da es nicht das letzte Mal sein sollte, dass ein Teammitglied sich in losen Leinen verhedderte…

Mit übertroffenen Zielen, zurück an Land, starteten gleich die Vorbereitungen für den zweiten Tag. Nachdem uns im Vorfeld des Projekts Frank Vasseur nochmal bestätigt hatte, dass die Umgebungsluft in der Salle Chaotique toxisch ist, war die geplante Erkundung der Trockenpassage und die Suche nach einer Fortführung entsprechend herausfordernder. Neben dem Tauchequipment erfordert die vorherrschende Umgebungsluft zusätzliche Atemluft für die Erkundung. Aufgrund der hohen Anforderungen entschieden wir uns in der abendlichen Team-Vorbesprechung, Olli als dritten Taucher ins Push-Team dazu zu nehmen. Dies bedeutet zwar noch mehr Equipment nach hinten verbringen zu müssen, dafür wären aber zwei Personen vor Ort wenn einem Taucher an der Oberfläche etwas zustoßen sollte.

 

Die Entdeckung von Sump 2

Am zweiten Tag stand die Erkundung der Trockenpassage an. Ausgerüstet mit einem Schleifsack pro Taucher, über den in der Trockenpassage eine 40cft Sauerstoffflasche auf dem Rücken getragen werden konnte (zusätzlich wurden die Finis mit langen Schläuchen an der ersten Stufe befestigt, so dass jeder Taucher seinen Restdruck immer im Auge hatte) sowie einer ausziehbaren Leiter machten wir uns zu dritt auf den Weg in die Salle Chaotique, in der Hoffnung Regionen zu erkunden die bis dahin noch nie zuvor betreten wurden.
Nach einem unspektakulären und deutlichen kürzeren Tauchgang erreichten wir nach 45 Minuten die Salle Chaotique und begannen mit dem strapaziösen Ausstieg, der in den kommenden Tagen zur Regel werden sollten. Alles Equipment ablegen, nacheinander das Wasser verlassen und vom RB auf den OC Regler im Schleifsack wechseln. Ab jetzt tickte die Zeit. Wir hatten ausgerechnet, dass die 7l Flasche uns ca. 50 Minuten reichen sollte. Dabei galt es keine Bewegung zu schnell zu machen, um nicht in Lufthunger zu verfallen und womöglich, den Drang zu verspüren, den Regler aus dem Mund nehmen zu wollen. Ein Nachteil an OC Reglern ist, dass diese trotz Venturi und maximaler Luftlieferleistung bei großem Atemzugvolumen niemals eine freie Atmung ersetzen. Zusätzlich kommt die anstrengende Bewegung über die Felsbrocken hinzu und das Risiko, sich an spitzen Felsen und scharfe Kanten zu verletzen oder die Tauchanzüge zu beschädigen.
Aber die Mühe sollte belohnt werden! Wir schafften es die Felsbarriere zu überklettern und fanden einen Weg, um weiter in den Postsiphon vorzustoßen. Nach ca. 10min Klettern kamen wir an eine Kante hinter der sich der wunderschöne, sehr klare L-förmige S2 auftat. Wir schrien wie kleine Kinder: „ES GEHT WEITER!!“ Mit dieser Euphorie und noch immer großem Respekt unserer Umgebung gegenüber, bestaunten wir das klare Wasser von Sump 2.

 

Nachdem S2 tatsächlich gefunden wurde, hatten wir noch ausreichend Zeit um 4 Messpunkte anzulegen und die Salle Chaotique zu vermessen sowie über die mitgebrachten Gasanalyzer die vorhandene Luft zu analysieren: Diese bestand aus 14,7% Sauerstoff und über 5% CO2. Leider ging das Messgerät nur bis 5%, so dass davon auszugehen ist, dass der CO2 Gehalt darüber liegt und auf jeden Fall äußerst tödlich ist. Um nicht absolut fokussiert auf den Sump 2 zu sein und vielleicht noch weiterführende, nicht entdeckte, Gänge zu finden, schauten wir uns alle Wände und die Decke genau an. Bis auf einen kleinen nach Westen abgehenden Durchgang, der aus der grob Nord - Süd verlaufende Halle abging, konnten wir nichts finden. Da Olli zu diesem Durchgang am nächsten Stand, machte er auf sich aufmerksam und verschwand darin:
„Der Durchgang hatte einen kleinen Eingang, bei dem ich mich bücken musste, anschließend war rechts nach 2m ein totes Ende und 90grad nach links führte der Gang weiter, ich folgte diesem. Nach jeweils 90° rechts und links von je 10m Länge bei einem ansteigenden, felsig-sandigem Untergrund kam ich auch hier zu einem Ende. Hier befand ich mich in einem ca. 20m hohen Raum, der eine Fläche von 8x8m hatte. Wenn ich mir das Bild heute vor Augen halte und dazu noch den Salle de Chaotique mit seiner kirchenschiffartigen Form, erinnert mich dieser Teil an den Glockenturm des Salle de Chaotique.“
Mit dem Wissen, dass die Höhle in Sump 2 weiter geht, ging es zurück zum Team, um zu berichten und gemeinsam den dritten Tag für die Erstbetauchung vorzubereiten.

Erstbetauchung Sump 2

Bei der Planung zur Betauchung, des neu entdeckten Sump 2, entschieden wir das Push Team mit Steffen B., um einen vierten Taucher zu erweitern, so dass die Push Gruppe aus zwei Teams mit jeweils zwei Tauchern bestand. Team 1 – Max und Fabi – sollten die Erstbetauchung durchführen während Team 2 – Olli und Steffen B. – den Oberflächensupport in der Salle Chaotique sicherstellten. Während Team 1 mit den RBs die Trockenstelle überwinden sollte, um anschließend in Sump 2 zu tauchen, war die Aufgabe von Team 2 der Transport der Bailout-Flaschen für die Taucher.

Das Vortauchen bis zur Salle Chaotique war am dritten Tag schon fast zur Routine geworden. Steffen B und Olli verließen als erste das Wasser und fingen zügig an Ihren Aufgaben als Support nachzukommen: Aufstellen der Leiter für einen einfachen Ein- und Ausstieg der Pushtaucher, Transport der Bailout-Flaschen und Sicherung der beiden Taucher die mit schwerem RB die Trockenpassage überwinden müssen. Das Atmen aus dem Atemregler, die warme Luft in der Trockenpassage sowie die dicken Trockenanzüge, ausgelegt für kaltes Wasser, fordern Alles von den beiden ab. Aber für eine mögliche Erstbetauchung von Sump 2, nehmen die beiden die Strapazen gerne in Kauf.
Dem Support folgten Max und Fabi auf dem anstrengenden Weg Richtung Sump 2.
Max stieg als erstes in Sump 2 ab. Aufgrund der hohen Anstrengung entschieden wir uns, dass Fabi kurz warten sollte, Max sich einen Überblick in Sump 2 verschafft und nur den sehr anstrengenden Weg auf sich nimmt, wenn Sump 2 das notwendige Potential aufweist. Während Fabi auf das Go von Max wartete, gingen Olli und Steffen B zurück zu Ihren RBs, um dort im Loop auf das erste Team zu warten und das Atemgas in den vorhandenen Tauchflaschen nicht unnötig zu verschwenden.


Im S2 angekommen beschreibt Max das Erlebte wie folgt:

„Man taucht in dem L-förmigen Pool ab und es geht nach ca 15m in 7m Tiefe ein Gang nach rechts der immer weiter ansteigt und zur Oberfläche führt. Die Wand und der Boden sind hier sehr glatt und ich musste aus dem Wasser steigen, um den Tief off befestigen zu können. Ich tauchte zurück in die Verteilerhalle und tauchte den Gang nach links weg, dieser fiel erst auf 10m ab und stieg dann langsam wieder an, dieser längere Gang führt auch wieder zu Oberfläche und endet in einem kleinen See, in dem man stehen kann. Ich befestigte den Tie off an einem Felsen am Grund und lief alle Ecken des Sees ab. Hier hörte man ganz klares Wasserrauschen. In einer Spalte am Ende schien es großräumig weiter zu gehen. Vielleicht kommt hier noch ein S3. Die Spalte geht senkrecht nach oben und ist nur schwer zu erklettern. Das Gas ist hier dasselbe wie im Postsiphon nach S1. Ich machte mich auf den Rückweg und entdeckte eine einzelnstehende Säule mit einem Gang dahinter. Ich befestigte erneut mein Reel und folgte dem Gang bis ich wieder auf meine eigene Leine stieß. Ich war also einen Loop getaucht. Wegen der Form des Siphons haben wir den Sump „Donut Sump“ getauft.“

Kurze Zeit nach dem Auftauchen von Max waren Max und Fabi zurück bei Olli und Steffen B. Angekommen verkündete Max dem Support mit strahlendem Gesicht: „Der Hammer, über 100m neue Caveline verlegt. Aber leider geht es auf den ersten Blick nicht wirklich weiter.“

Mit der erfolgreichen Erstbetauchung des Donut Sumps machten wir uns zurück zum Rest des Teams, um den Erfolg zu feiern und den letzten Tauchtag vorzubereiten. Denn auch wenn uns die Erstbetauchung geglückt ist, hatten wir es nicht geschafft den Sump zu dokumentieren. Zudem wollten wir auch in den weiteren Auftauchstellen von Sump 2 Luftmessungen durchführen und nochmal systematisch nach einer möglichen Fortführung suchen.

 

Die Zweitbetauchung des Donut Sumps (Sump 2)

Für die Zweitbetauchung des Donut Sumps entschieden wir, dass wir die Rolle der beiden zweier Teams tauschen und so Steffen B. und Olli die Möglichkeit zum Tauchen haben. Jedoch riss beim Anziehen die Armmanschette von Fabis Anzug, sodass er aufgrund von fehlendem Ersatz für den Tauchgang ausfiel. Deswegen entschieden wir, ähnlich wie gestern, mit nur einem Taucher, Olli, den kurzen Donut Sump 2 zu betauchen während Max und Steffen den Oberflächensupport zwischen den beiden Sumps sicherstellten.

So machten wir uns zu dritt auf den Weg zum Donut Sump. Gewöhnt an den Höhlenverlauf erreichten wir zu dritt bereits nach 30 Minuten die Salle Chaotique. Nachdem wir mittlerweile eingespielt waren, verlief die Vorbereitung wie am Schnürchen und jeder folgte seinen vordefinierten Aufgaben. Olli, der heutige Pushtaucher, beschrieb seinen den Tauchgang ab dem Auftauchen in der Salle Chaotique wie folgt:

„Nicht ein Wort fiel. Steffen machte sein SCOBA (Self Contained Overwater Breathing Aparatus) fertig, legte es an, sicherte mir die Leiter und kletterte mit mir über die Versturzblöcke zum Siphon 2. Oben stehend entspannten wir erstmal. Auf dem Loop des Rebreathers war es eine ganz neue Erfahrung so entspannt im toxischen Bereich atmen zu können. Ich überprüfte nochmals mein Filmequipment auf Funktion. Ich bekam extra zur obligatorischen Paralenz eine mit Licht und Arm ausgestattete GoPro mit. So gab es quasi eine Backup Videographie des Donut Sumps. Steffen und ich sahen uns an, standen auf und ich kletterte die, durch Steffen gesicherte, Leiter hinab. Im Pool legte ich die Bailoutstage an, checkte nochmal alles gründlich und gab Steffen das OK Zeichen. Die Spannung, auf das was mich erwartete, wurde nur durch meine noch stärkere Konzentration beruhigt. Nachdem ich die GoPro angeschaltet hatte ging es langsam los. Ich genoss jeden Flossenschlag in das neue Unbekannte. Wie sagte ein bekannter Pushtaucher mal: „Das Wasser ist crystal clear!“

Ich folgte der Hauptleine nach rechts in den westlichen Gang des Donut Sumps und fand einen ca. 3m breiten und 2m hohen Gang vor und eine Hauptleine, die in der ganzen Castor ihres Gleichen suchte. Diese war so straff, dass sie beim Spannen und Loslassen nachschwingte. Saubere Arbeit des ausleinenden Erstbetauchers! Nach ca. 10 min sah ich links den Quergang und die Line, die als T an der Hauptleine befestigt war. Um für die nachfolgenden Taucher ein klares Bild zu verschaffen, nahm ich zusätzlich noch Arrows und Cookies mit. Dazu befestigte ich vor dem T einen Arrow an der Hauptleine. Beim Setzen hatte ich meine Probleme, da die Hauptleine so unglaublich gespannt war. Anschließend setzte ich den Weg entlang der Hauptleine weiter zum EOL fort. Eine Schräge führte zum westlichen Ende vom Donut Sump. Dort legte ich Flossen und Bailoutstage ab, setzte einen Team Cookie an der EOL und holte die Messinstrumente hervor. Aufgrund des Solo Tauchgangs vernachlässigte ich das Ermitteln der Entfernungen. Sitzend überprüfte ich O2 und CO2 Gehalt der Luft. Auch hier wieder unter 15% O2 und >5% CO2. Nachdem ich alles wieder verpackt hatte, erkundete ich den Trockenbereich so gut es ging. Lehm am Boden zog mir die Rockboots aus. Des Weiteren fielen mir die Geräusche ein rauschender Wasserfall auf. Leider war dieser nur sehr schwierig zu orten.

Ich legte Flossen und Bailoutstage an und tauchte durch das beeindruckende klare Wasser am T nach rechts durch den Quergang. Immer wieder suchte ich nach weiterführenden Gängen, die aber entweder komplett oder in nicht überwindbaren Restrictions in alle Himmelsrichtungen endeten. An der Säule, am Ende der Leine des Querganges, sah ich bereits den östlich verlaufenden Gang des 2. Siphons. Ich setzte ein Arrow an der Leine des östlichen Ganges in Richtung Ausgang im Norden, um den Jump zu signalisieren. Anschließend bog ich nach rechts zur „EOL Ost“ ab. Auch hier setzte ich den Team Cookie, maß die Luftwerte und erkundete im Rahmen meiner Möglichkeiten diesen Trockenteil. Immer auf der Suche nach weiterführenden Gängen und vielleicht irgendwann Sump 3. Es fielen mir wieder die Geräusche des nicht zu ortenden Wasserfalls auf, nur jetzt deutlich leiser. Vermutlich gibt es eine Verbindung zwischen den beiden Trockenteilen OST und WEST am Ende des Donut Sumps. Leider wurde meine Neugier nicht belohnt und ich setzte meinen Tauchgang im östlichen Gang fort. Mehrere kleine abgehende Gänge weckten mein Interesse, jedoch ohne weiterführende Möglichkeiten. Als ich zum Anfang des östlichen Ganges kam, erkannte ich auch hier einen Jump, da die Line nicht mit der Hauptleine verbunden war. Im Augenwinkel sah ich, dass bereits Max oberhalb der Leiter auf mich wartete. Perfektes Timing! :-) Ich setzte noch kurz einen Arrow nach rechts zeigend auf die Hauptleine und folgte diesem in Richtung Max.

Beim Auftauchen gab ich ihm freudestrahlend das OK Zeichen, er kletterte zu mir runter und wir klatschten für den Erfolg des ganzen Teams ab! Ich half ihm die Bailoutstage in den Schleifsack zu packen und wir machten uns ein letztes Mal auf den Rückweg durch die Salle Chaotique über die großen Versturzfelsen.“

Wieder zu dritt im Sump 1 vereint, sammelten wir unser mitgebrachtes Equipment auf und machten uns auf den Weg zurück zum Rest des Teams, um die Entdeckung und Dokumentation des Donut Sumps zu feiern!

Alle Informationen zur Source du Castor und die detaillierte Beschreibung der Salle Chaotique sowie von Sump 2 haben wir in folgendem Artikel zusammengefasst: Hier klicken!

 

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