Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Freitag, November 17, 2017

Kroatien 2014

Teilnehmer: Marc, Tobias, Heinke, Benjamin, Anke, Steffen und Wilke

> zum Film <

Kroatien stand schon seit längerem auf unserem Plan. In diesem Jahr war es nun endlich soweit. Florian hat für dieses Projekt die komplette Organisation übernommen und der Cavebase damit eine Woche Höhlentauchen der Extraklasse geboten. Leider konnte Florian an diesem Projekt nicht teilnehmen, weil er sich unmittelbar vor dem Start den Fuß gebrochen hat – sehr, sehr schade.

Wie jedes Projekt hat auch dieses mit jeder Menge Schreibkram begonnen, Kroatien ist grundsätzlich wegen seiner gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht unbedingt als „tauchfreundlich“ einzustufen. Diese Lage verschärft sich um ein Vielfaches wenn man Höhlen im Inland betauchen möchte, die zusätzlich als Trinkwasservorräte ausgewiesen werden. Aber Florian hatte recht gute Kontakte, so dass die Genehmigungen nach einem regen Mailaustausch kein Problem mehr darstellten.

Tag 1 - Anfahrt:

Wir ersparen uns die epische Beschreibung der Anfahrt, sie ist, wie immer beim Höhlentauchen, grausam lang und langweilig. Aber immerhin nach ca. 9h Fahrt sind wir am Hotel angekommen.

Der erste Tag ist wie immer ein Tag zum „akklimatisieren“. Es ist grundsätzlich kein guter Rat nach einer anstrengenden Fahrt direkt einen tiefen Tauchgang zu absolvieren, so war es dann auch hier. Wir haben unser Equipment geprüft, die Zimmer eingerichtet, die Ladegeräte angeschlossen und das wunderschöne Wetter genossen. Überhaupt war diese Woche eine wunderschöne Spätsommerwoche mit durchschnittlichen 20-24°C – alles ohne Regen.

Location Nr. 1: Glavas Cave

Der erste Tauchgang führte uns zu einer kleinen Kapelle mit einem beeindruckenden Pool. In Facebook tauchten in den vergangenen Monaten immer mal wieder Bilder von diesem Höhlenpool auf – und was sollen wir sagen? Es sieht wirklich beeindruckend aus. Kristallklares Wasser in einem Höhlenpool, der aus der Luft aussieht wie ein Auge – unglaublich schön.

Wir teilten uns in zwei Teams auf. Tobias und Marc erkundeten den unteren Bereich der Höhle bis ca. 80m Wassertiefe, während die OC Teams die beiden oberen Seitengänge erkundschafteten.

Marc und Tobias tauchten nach guten 2,5h von ihrem knapp 100m tiefen Tauchgang wieder auf, trotz Heizung froren die Beiden in dem gerademal 8°C kaltem Wasser – die Tauchzeit war zumindest hier aufgrund der Wassertemperaturen arg beschränkt. Die OC Teams kamen nicht weniger ausgekühlt aus dem Wasser – aber beide Teams strahlten über beide Ohren. Alle Gangverläufe sind für sich auf ihre Art spektakulär. Die flachen und engen Gänge auf 12 und ca. 20m wechseln ihre Tiefe bis hin zu einer Auftauchstelle – der tiefere Verlauf der Höhle windet sich schraubenartig in die Tiefe – die Höhle fällt hier mehr oder weniger senkrecht ab. Die Gesteinsfarbe ist stellenweise „schneeweiß“, so dass die Höhle auf allen Levels als sehr geräumig und „freundlich“ wahrgenommen wird.

Am ersten Tag spürte man noch den Flow – im Laufe der Woche wurde dies aber immer weniger – sehr zur Freude der OC Teams, weil sie nun etwas schneller und weiter vorschwimmen konnten.

Location Nr. 2, Modric:

Ein Tag am Meer gefällig? In der Höhle von Modric kein Problem! Wir haben uns am Vorabend darauf geeinigt den zweiten Tauchtag am Meer zu verbringen. Gerade mal 2h Autofahrt und schon waren wir bei herrlichem Wetter direkt am Meer angekommen. Während in der Glavas Höhle das Scootern wenig Spaß bereitete - war diese Höhle wesentlich besser geeignet. Tobias und Marc beschlossen die Höhle bis zum bekannten Ende von ca. 500m zu betauchen, die Tiefen lagen zwischen 20 und 40 Meter und so mussten keine langen Dekozeiten eingeplant werden – die Wassertemperatur war hier ebenfalls wesentlich komfortabler – mit ca. 10-12 Grad konnte im Süßwasserbereich fast „unendlich“ lange getaucht werden. Allerdings glänzte die Höhle nicht gerade mit perfekten Sichtbedingungen, eine dunkle, leicht siltige Höhle, bei der man zumindest beim Scootern sehr konzentriert sein musste. Marc und Tobias erreichten souverän das Ende der Höhle und suchten den hinteren Teil intensiv nach einer Fortsetzung ab. Leider ohne Erfolg – hier geht es augenscheinlich aber einfach nicht weiter.

Für unsere OC Teams war die Höhle ebenfalls ein willkommener Kontrast zum Vortag. Hier hatte man Salzwasser, Haloclynes und unterschiedliche Wassertemperaturen. Der Verlauf der Höhle war gänzlich anders und die dunklen Wände stauchten die Höhle weiter zusammen. Alle Teams waren begeistert und auf der Rückfahrt wurde fleißig spekuliert ob es noch weitere solcher Höhlen in diesem Gebiet geben würde.

Location Nr. 3, Radonino

Stauseetauchen? Jepp, in Kroatien ist Stausee-Höhlentauchen möglich. An diesem Tag haben wir uns für die Radonino Höhle entschieden. Das einzig was wir wussten, war, dass hier eine max. Explorationstiefe von etwa 200 bis 300m erreicht wurde. Verlauf, Tiefenprofile, selbst der Eingang sind nicht gut dokumentiert – man ist also zwingend auf lokale Unterstützung angewiesen.

Dieser Tag war vermutlich der beste in der gesamten Woche! Wir wussten nicht genau wo der Eingang lag, nur, dass er min. 500-700m von der nächstgelegenen Einstiegsstelle entfernt lag. Also Anfahrt nur mittels Scooter möglich – natürlich waren uns auch die Strömungsbedingungen unklar – von der Leinensituation ganz zu schweigen. Also schmiedeten wir folgenden Plan:

  1.  3 Teams sollten die Höhle betauchen, OC Team 1 zum Entdecken des Eingangs, prüfen der Bedingungen und herstellen einer ordentlichen Leinensituation.
  2. OC Team 2 sollte entweder Team 1 bei Misserfolg ablösen oder aber als Dokumentationsteam arbeiten.
  3. Team 3 war das Push Team mit Tobias und Marc. Die Beiden wollten das Ende der Höhle erreichen und dort nach einer Fortsetzung suchen.

Wir hatten riesiges Glück, Team 1 mit Benjamin und Anke fanden sofort den Eingang. Die Strömung war zwar stark aber noch erträglich und die beiden konnten sogar das vordere Leinenstück reparieren! Somit war klar, dass das Pushteam als nächstes Tauchen konnte. Marc und Tobias haben sich also fertig gemacht und sind mit einem 18/55 bewaffnet in die Höhle eingefallen. Die Beiden haben das Ende erreicht und sogar noch um ca. 100m verlängert. Team 3 ist kurz nach dem Push Team abgetaucht, Heinke, Steffen und Wilke hatten sich vorgenommen eine Fotosession in der Höhle zu erstellen – auch die drei kamen auf Ihre Kosten und konnten zumindest im vorderen Teil ein paar beeindruckende Unterwasseraufnahmen erstellen.

Location XX:

Location XX? Wir befanden uns mitten in einem gewaltigen Karstgürtel, somit ist es nicht verwunderlich, dass viele unentdeckte Höhlen in diesem Gebiet vermutet werden. Wir haben die Gelegenheit genutzt um uns ein wenig umzusehen, tatsächlich hatten wir nach ein paar Gesprächen neue „locations“ ausfindig gemacht. Es ist unglaublich wie zeitraubend es sein kann einen Höhlenpool zu suchen, von dem man nur eine ungefähre Lagebeschreibung erhält. In Summe haben wir einen ganzen Tag investiert.

Am späten Nachmittag lag ein kleiner, mit kristallklarem Wasser gefüllter Höhlenpool vor uns. Wie im Affekt hatten Steffen und Heinke Ihre Trockies angezogen um herauszufinden ob dieser Pool betauchbar sein könnte. Um es kurz zu machen: es befindet sich definitiv eine betauchbare Höhle an diesem Ort. Der Eingang ist allerdings so schmal, dass man nicht mehr als den Kopf in die Höhle stecken kann. Selbst das Wegräumen von Steinen brachte uns nur wenig tiefer in die Höhle. Hier hätten man nur mit einem massiven Eingreifen in die Natur einen Eingang herstellen können – logischerweise war dies für uns überhaupt keine Option und so blieb das Ergebnis nach anfänglicher Hoffnung ein wenig frustrierend – man muss diesen Frust wirklich bildlich vor Augen führen, da steckt man eine Kamera unter Wasser durch den engen Höhleneingang, filmt quasi blind und sieht später auf dem Video einen großen, potentiell betauchbaren Gang! Aber man kommt wegen der engen Öffnung niemals hinein! Sehr, sehr frustrierend, aber zugleich auch fast schon wieder aufregend – das ist eben was „Explorationen ins Unbekannte“ ausmacht.

Equipment Check:

Cavebase entwickelte in den vergangenen 24 Monaten einen Trockentauchanzug, der speziell für das technische Tauchen in und außerhalb von Höhlen geeignet sein wird. Einige Teammitglieder hatten zum Projekt den Prototypen dieses neuen Bare Anzugs dabei. Dieser wurde bei unseren Tauchgängen auf „Herz und Nieren“ getestet – die Anzüge mussten wirklich leiden! Aber am Ende waren wir extrem zufrieden mit diesen Anzügen! Auf der Boot im Jan. kann sich jeder gerne über diese neuen Anzüge informieren.

Resümee:

Die Woche ging viel zu schnell um, die Tauchgänge an den oben genannten Locations flogen förmlich an uns vorbei! Wir haben die Höhlen teilweise mehrfach betaucht, weil es einfach sehr, sehr schöne locations sind - und am Ende der Woche haben wir schon ein wenig wehmütig die Rückfahrt angetreten, aber – wir kommen wieder!

In diesem Sinne

Euer Team Cavebase

 

 

 

Scroll to top