Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mittwoch, September 20, 2017

Manuel war mit Chris (Dir-CH) im Jura unterwegs und hat Leinenchaos beseitigt November 2011

Jura (Frankreich / Schweiz) 18. - 20.11.2011

Team Cavebase: Manuel Fiore
Team DIR-Schweiz (www.dir-ch.com): Chris Sandrini

Endlich war es soweit, mein Freund Chris Sandrini und ich hatten mal wieder ein Wochenende gefunden an dem wir gemeinsam unserer Leidenschaft, dem Höhlentauchen, nachgehen konnten.

 

Fr. 18.11.2011

Mit voll beladenem Auto startete ich am Nachmittag meinen Roadtrip in die  Schweiz. Chris empfing mich direkt in seiner Tiefgarage und wir begannen umgehend alle Gase zu analysieren und das Equipment für die nächsten Tage vorzubereiten. Im Anschluss galt es dann den Tauchgang bzw. die Deko für unser Vorhaben in der Gouron zu planen. Details und das allgemeine Vorgehen wurden dann noch ausführlich im Freiluft-Jacuzzi besprochen : )

Sa. 19.11.2011

Wir starteten gegen 7:00 Uhr und erreichten nach einer ca. 3-stündigen Fahrt unser Ziel in Frankreich. Der Eingang der Gouron befindet sich am Grund des Flusses Loue.

 

Das klare Wasser der Loue weckte große Hoffnung in der Höhle ideale Bedingungen für unser geplantes Clean-Up-Projekt vorzufinden. Ich selber kannte die Höhle nicht, mir wurde aber von mehreren Tauchern von den zahllosen wild verlegten Leinen in der Höhle berichtet.

Chris und sein Team hatten bereits im Juli angefangen das Leinenchaos bis auf eine Tiefe von ca. 33 m zu beseitigen und eine neue Leine zu verlegen ( http://www.dir-ch.com/articles.php?lg=de&lang=de&art=122).

Nach einem kurzen Briefing begannen wir sofort mit dem Setup unseres Equipments. Chris tauchte mit D20 und 2 x BTM 18/45, 1 x 50/20 sowie O2. Ich war mit RB im D12-Frame und 1 x BTM 18/45, 1 x 50/25 und 2 x 40 cuft O2. Da man sich bei solchen „Arbeiten“ den Anzug leicht beschädigen kann, haben wir uns für den Fall der Fälle jeweils mit einer Heizung ausgestattet.

 

Im rechten Bild mein „self-made universal Reel“ für Cavelinerollen. Die Caveline wurde von Chris in Handarbeit in 3-Meter Abständen geknotet.

 

Nach einer kurzen Stärkung ging es dann endlich los, wir tauchten ein paar Meter im Fluss bis zum Höhleneingang. Auf 6 Metern klippten wir den Sauerstoff in die Caveline und tauchten zügig weiter. Die Sichtbedingungen waren nicht so gut wie erhofft. Auf 21 Metern legten wir das nächste Dekogas ab. An der zweiten engeren Passage, auf ca. 33 m, hat Chris das Reel mit der im Juli neu eingebrachten Leine verbunden und unser Projekt startete. Chris verlegte die geknotete Caveline und ich begann die bis zu fünf parallel bzw. kreuz und quer verlegten Leinen und Stahldrähte aufzuwickeln. Der Draht an sich war eine unschöne Sache und machte das Unterfangen nicht leichter. Die Höhle fällt relativ steil bis auf ca. 42 m ab und erreicht den tiefsten Punkt bei ca. 55 m. Die Sicht verschlechterte sich wie erwartet während des Aufräumens zunehmend auf teilweise unter einen Meter. Dies machte die Arbeit etwas unangenehmer, jedoch waren wir gut organisiert und entfernten uns nur so weit wie nötig von einander.  Das Aufräumen war sehr sehr langwierig und wir entschieden uns die Zeit bis zum Umdrehen zu verlängern (die Durchschnittstiefe war flacher als angenommen).

 

Chris knotete die Leine in den weiter verlaufenden Draht und wir drehten um. Auf dem Rückweg begannen wir die aufgewickelten Knäule einzusammeln. Mit dem enormen Gewicht des aufgesammelten Materials hatten wir nicht gerechnet. Die Deko an sich war unspektakulär. Nach ca. 76 min auf durchschnittlich 45 m streckten wir nach einer gesamten Tauchzeit von 3,5 Stunden die Köpfe wieder aus dem Wasser. Die Dämmerung setzte bereits ein und wir beeilten uns mit dem Verräumen der Ausrüstung. Ein lehrreicher, anstrengender aber erfolgreicher Tauchgang! Zur Belohnung gab es dann noch feines Steak :)

So. 20.11.2011

Für den heutigen Tag hatten wir einen entspannten Tauchgang in der Source de l‘Orbe geplant. Bei meinen letzten zwei Besuchen hatte mir diese schöne Höhle leider den Zutritt verweigert. Wir nahmen jeweils eine D12 EAN 32 sowie das restliche 21-Meter-Gas vom Vortag mit. Die Stages legten wir auf 21 m im „Schacht“ ab. Kurz vor Ende der Mainline legte Chris noch einen Jump und wir tauchten im See auf. Wir schauten uns in Ruhe um und traten dann den Rückweg an. Nach einer ges. Tauchzeit von 71 min. und einer max. Tiefe von 26 m, war das Vergnügen auch schon wieder vorbei : (

 

Wir packten unsere Sachen zusammen und machten uns auf den langen Heimweg. Ein cooles, erlebnisreiches Wochenende ging zu Ende!

Vielen Dank an Chris! Die Aktion schreit nach einer Fortsetzung!

Manuel Fiore

Scroll to top