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Freitag, November 17, 2017

Vis & Estramar

Frankreich CAVEBASE 01. – 06.06.10

Teilnehmer: Roland Kring, Andreas Arndt, Manu Schoch, Peter Gärtner, Marc Grosse, Tim Löffler, Fred Petzinger, Tobi Ziegler, Oli Kurtz, Tibor Czuppon

Dieses Mal zog es uns in Richtung Herault und an die Mittelmeerküste / französisch Catalanien. Ziel war zum einen die Erkundung der Foux de Vis und etwas Spasstauchen in der Font Estramar an der Mittelmeerküste und das Erkunden des Schachts eben dort.

 

Wir nutzten den Dienstag als Anreisetag nach Südfrankreich, unsere Ostgoten Marc und Arne waren die Ersten am Lagerplatz nahe der Source de Vis und eröffneten die Wagenburg.
Das erste Scouting an der Source de Vis im Herault hatten Peter und Manu bereits letztes Jahr durchgeführt und den Zugang zur Höhle, sowie die Einstiegstelle in Augenschein genommen. Schon damals wurde klar: Ein Tauchgang in der Vis ist mit schweißtreibender Vorbereitung und erheblicher Schlepperei verbunden.
Nachdem alle angekommen waren und die Zelte standen, machten wir noch am gleichen Abend einen  kleinen Spaziergang zur Vis. Die ersten Flaschen wurden schon in Rucksäcken mitgenommen und im Trockenbereich deponiert. So gewannen wir einen ersten Eindruck vom Weg zur Mühle durch den Wald, vom Trockenbereich der Höhle und vom Einsteig ins Wasser.
Abends saßen wir noch eine Weile vorm Zelt und besprachen den nächsten Tag. Es sollten alle tauchen, Rückengeräte sollten geteilt werden, ebenso die Wings, Backplates, Flossen und Regler, jeder hatte (s)eine eigene Stage zum Tauchen, sowie seinen Anzug und Unterzieher mitgenommen.


Beschwerlicher Anmarsch zur Höhle.

Am Mittwoch sollte der Tauchtag an der Vis stattfinden und wir sollten sehen, ob unser Plan, jeden ins Wasser zu schicken, aufgeht.
Am Morgen wurde ein ausgiebiges Frühstück angeordnet, da ein anstrengender Tag vor uns lag. Wir verließen das Lager und konnten alle benötigten Tauchutensilien auf 1x mitnehmen. An der Höhle angekommen wurde die Reihenfolge der Tauchteams festgelegt.
Team 1 bildeten Manu und Peter, da sie fotografieren wollten und nach dem Tauchgang als Läufer-Team bereits die erste Fuhre zurück zum Camp bringen wollten, alle halfen das Team schnell ins Wasser zu bringen.


Aufrödeln im Eingangsbereich.

Team 2 bildeten Tim und Marc, diese zogen sich ebenfalls gleich mit um und halfen Team 1 ins Wasser.
Kaum war Team 2 im Wasser brachte das Läufer Team (Team 1) die ersten Sachen ins Camp zurück.
Team 3 waren Roland und Fred und Team 4 bestand aus Arne und Tobi Z.
Als Team 4 aus dem Wasser kam war der Trockenbereich bereits leer geräumt und die meisten Sachen in Rucksäcken und Taschen verstaut. Mit nur 1x laufen konnten wir geschlossen alles auf ein mal wieder zurücknehmen.


Tauchgang bei mässiger Sicht in der Vis.

Es war ein sehr anstrengender Tauchtag, verbunden mit viel Schweiß. Aber es ist uns gelungen, dass jeder Taucher ins Wasser kam. Jeder konnte sich in seinen Grenzen vorwagen und sich einen Eindruck von der Höhle verschaffen.
Angekommen im Camp und nach kurzer Verschnaufpause wurden die Zelte abgebaut, die Autos gepackt und es ging weiter in Richtung Fitou an die Mittelmeerküste.

Dort hatte uns Tibor ein nettes Häuschen mitten in der malerischen Altstadt von Fitou organisiert. Oli konnte aus beruflichen Gründen erst am Mittwoch anreisen und hatte das Häuschen schon bezogen. Tibor kam erst sehr spät am Abend, er musste am Morgen noch einen Zahnarzttermin über sich ergehen lassen.


Chillen vor dem Grillen...

Der Donnerstag war der erste von drei Tauchtagen an der Font Estramar, die bisher nur von Tibor betaucht wurde. Wir waren alle schon sehr gespannt.
Morgens beim Frühstück stellte Tibor mit Erschrecken fest, dass er alle O-Ringe seines Kreisels plus Loop mit Mundstück zu Hause vergessen hatte. Bei 9 von 10 Tauchern mit Kreisel sollten genügend Ersatzteile dabei sein, um aus allen Ersatzteilkisten die fehlenden O-Ringe zusammenzusammeln. Der Einfachheit halber wurde der Kreisel-Loop abwechselnd getaucht.
Die Font Estramar erreichten wir nach nur 10 min Autofahrt. Der malerische, mit blauem Wasser gefüllte Pool liegt ganz unromantisch direkt an der Autobahn und erfreut sich gelegentlicher Badegäste.


Blick auf den Pool.

Dieses Höhlensystem ist mit seinen vielen Loops und Verbindungsgängen deutlich komplexer als die meisten Höhlen Südfrankreichs. Die Gänge sind schmal und verwinkelt, es gibt einen größeren Hauptgang, von dem unser Licht rechts und links immer wieder in kleinere Nebengänge fiel. Das Gestein ist dunkel und absorbiert viel Licht. Der Großteil der Höhle bewegt sich durchschnittlich in einer Tiefe von 30 – 35m, der Hauptgang in einen tieferen Bereich über mit ca. 60m welcher in einen Schacht mündet, der bis auf > 160m in die Tiefe fällt.


Ready to rock!

Wir brachten die Rentnertische ans Wasser, legten Scooter und Stages in den Pool und waren bei der beginnenden Mittagshitze froh ins Wasser zu steigen. Dabei erwarteten uns angenehme 17°C Wassertemperatur. Wir verbrachten einen bunten Tauchtag. Roland und Arne sind an den Schacht getaucht und markierten sich den Weg bis dahin mit 11 (!) Cookies. Manu und Peter planten einen Foto Tauchgang, fuhren mit Scooter ein Stück im Hauptgang und parkten diese dann. Mark und Oli, sowie Tim und Tobi Z. düsten alle ein bisschen mit ihren Scooter rum. Mit Fotokamera bewaffnet, gingen Fred und Tibor zu Fuß mit auf die Jagd nach schönen Motiven. Nach dem Tauchgang ließen die meisten ihre Stages im Pool, Regen und steigender Flow bzw. Unbetauchbarkeit der Höhle waren nicht zu erwarten. Ein Team beschloss noch einen weiteren Tauchgang, der Rest packte langsam zusammen und fuhr in die Unterkunft. Ein Einkaufsteam besorgte Grillzeug und Getränke für einen anständigen Grillabend.


Rebreather unter Olivenbäume. Das Leben ist schön!

Am Freitag planten Roland und Arne einen langen bzw. tiefen Tauchgang. Ziel war bis zum Schacht zu scootern und dann weiter den Schacht hinunter bis auf maximal 140m abzusteigen. Da die Leine mitten im Schacht auf 130m endete, liessen Sie es für dieses Mal gut sein und kehrten mit vielen Eindrücken zurück.


Ein Nutria wundert sich...

Die weitern Teamkonstellationen beließen wir wie am ersten Tag. Fred und Tibor diesmal ohne Fotokamera. Manu und Peter wollten im tieferen Teil bis zum 2. Schacht um dort mal auf 60m zu schauen. Oli und Mark planten ebenfalls einen Tauchgang im tieferen Bereich. Tobi Z. und Tim tauchten einen Teil des großen Loops. Am Abend glühte wieder der Grill.


Neben dem geräumigen Hauptgang gibt es viele Loops mit kleineren Dimensionen.

Am Samstag, unserem letzten Tauchtag wurden die Teams bunt gemischt, die meisten wollten sich zum Ausklang noch ein paar unbekannte Ecken im vorderen Bereich ansehen. Manu und Peter entschlossen sich zu einem Foto Tauchgang, diesmal im vorderen Bereich des großen Loops. Fred und Tibor waren ebenfalls mit Fotokamera bewaffnet. Arne und Tobi Z. fuhren den großen Loop per Scooter ab, Roland und Tim schauten sich im vorderen Bereich ein paar kleine Loops an. Oli und Mark führten ebenfalls ihre Scooter aus. Insgesamt wurde jeder einzelne Gang von uns betaucht.


Eingang im Gegenlicht.

Einige von uns wollten unbedingt einmal die Füße in das Mittelmeer stecken. So sind wir zu dritt (Manu, Peter und Tibor) ans Meer gefahren. Das Wasser war noch ganz schön kalt, obwohl wir die ganze Zeit 30°C Lufttemperatur genossen. Mit einer halben Stunde am Beach war der Bedarf nach Strandurlaub gedeckt.


Strandleben.

Zurück in der Unterkunft wurde eifrig die Abreise für den nächsten Tag vorbereitet, zum Abendessen gab es 2kg Nudeln. Der letzter Abend war eher kurz. Arne und Mark hatten die längste Heimreise und wollten zusammen mit Roland und Fred schon Nachts um 3:00 Uhr losfahren damit sie zeitiger zu Hause sind. So sind wir dieses Mal alle zeitversetzt losgefahren. Es gab dann Staumeldungen von der Strecke.


Schätzchen am Wegesrand.

Eine erlebnisreiche Woche ging zu Ende. Die Font Estramar ist eine sehr interessante ganz anderer Optik mit schmalen verwinkelten Gängen, dunklem Gestein, wirklich komplexer Navigation und einem faszinierenden Schacht. Estramar, wir kommen wieder!

Manu und Peter

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