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Freitag, November 17, 2017

Lot im April

Bericht Manu und Peter Frankreich 10.04. – 17.4.2011

Wie kann man am besten entspannen und abschalten? Nein, nicht im Liegestuhl am Stand, sondern beim Höhlentauchen in Frankreich. Zwischen einer anstrengenden schriftlichen Prüfung und einer ebenfalls nicht einfachen mündlichen Prüfung von Manu

wollten wir nach Frankreich und ein paar Tage den Kopf anstatt in die Bücher in die Höhlen des Lot’s stecken.
Diesmal probierten wir eine neue Unterkunft aus und quartierten uns bei André Grimal in Gramat ein. Bei guten Bedingungen wollten wir noch mal in die Cabouy und die Vermessung weiter führen, daher wählten wir eine Unterkunft in der in der Nähe von Gramat / Rocamadour.

Unterwegs gab es wie immer einen großen Einkauf mit Baguette, Wein und Käse. Da sich die Unterkunft näher zur Autobahn befindet, war die unsere Ankunft auch nicht so spät.

Unsere Tauchtage hatten wir grob geplant: Cabouy, Ressel, St. Saveur, St. George oder Scouting neuer Locations.

Erster Tag: Cabouy mit Überraschungen

Für den nächsten Tag (Mittwoch) stand erst mal die Cabouy auf dem Plan. Wir wollten gern die Vermessungen, die wir beim Cavebaseprojekt im März begonnen hatten, fortführen. Das hieß scootern bis zur Abzweigung Pou Meyssen, dort die Scooter ablegen und zu Fuß weiter zum Vermessen. Bewaffnet mit Maßband, Kompass, Schreibtafel und genügend gespitzten Stiften für die Vermessungsarbeiten, sowie Fotokamera für die Dokumentation begaben wir uns ins Wasser. Die Sicht betrug im vorderen Teil nur 3 – 4m, keine guten Startbedingungen für Vermessungen. Aber auf Grund der bisherigen Erfahrungen, dass im hinteren Bereich jenseits der Pou Meyssen die Sicht deutlich besser wird, setzten wir den Tauchgang fort. Wir wurden eines besseren belehrt, die Sicht trübte hinter der Abzweigung zur Pou Meyssen ein auf 1 – 2m. Nach 15 Minuten flösseln drehten wir um, schwammen zurück zu den Scootern und tuckerten zum Ausgang. An Fotos war bei der schlechten Sicht leider auch nicht zu denken.
Wieder an Land packten wir gemütlich unsere Sachen zusammen und fuhren die gewohnte Strecke erstmal in Richtung Chez Gabi. Unvermittelt endete die Straße und mündete in einen großen Graben. Tja, etwas unschlüssig nahmen wir den anderen weniger befestigten Weg an der Cabouy in Richtung Rocamadour, über die wenig vertrauenerweckende Brücke, da in der Fuhrt leider zu viel Wasser war. Bei André hängten wir die Akkus an die Ladegeräte und bereiteten das Auto für den nächsten Tauchtag vor.

 


Pest oder Cholera? Wir nahmen jedenfalls die Brücke...

Zweiter Tag: Fotosession im tiefen Teil der Ressel

Für Donnerstag hatten wir uns als Fotolokalität den tiefen Loop in der Ressel vorgenommen. In der Erinnerung assoziierten wir damit verwinkelte, zerklüftete und zum Teil niedrige Gänge und zerfressenes Gestein, ganz anders als die glatten ausgewaschenen Wände und die großen Blöcke aus dem vorderen Bereich der Ressel. Bisher gibt es nur wenige Bilder aus dem tiefen Teil des Loops und aus der Schnecke. Naja, scheinbar verfolgte uns das Pech. Bei einem unserer Scooter bemerkten wir kurz vor dem Abtauchen einen Wassereinbruch. Also kam dieser Scooter wieder an Land und wir tauchten mit 3 Scootern im 2’er Team. Damit war der Tauchplan hinfällig, den Loop komplett zu tauchen / scootern. Am ersten tiefen T clippten wir die Scooter in die Leine und machten uns zu Fuß in den tiefen Gang auf den Weg um dort ein bisschen zu fotografieren. Wir bewegten uns langsam fotografierend fort, tauchten durch die Schnecke und flösselten noch ein bisschen weiter. Nach weiteren 5 Minuten drehten wir um. Der Heimweg ging dann recht flott, da die Kamera erst auf Deko wieder ausgepackt wurde. Nach einer Gesamttauchzeit von 290 Minuten bei einer Grundzeit von 100 Minuten steckten wir die Köpfe wieder aus der Celé. Dankenswerterweise warteten Jan Reimann und Rouven Kloppmann schon am Ausstieg um uns beim „Aufräumen“ zu helfen. Diesen Support hatten wir schon in Deutschland geklärt. Ohne die Jungs wäre das sicher ein langer Abend geworden. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle!


Manu im tiefen Loop der Ressel. Mehr Bilder gibt es am Ende des Berichts in der Galerie.

Dritter Tag: Ausflugstag

Manu wachte am nächsten Morgen mit Ohrenschmerzen auf, also legten wir an diesem Freitag einen Tag Tauchpause ein und nutzen den Tag für profane Dinge wie Einkaufen, Kaffee trinken am Marktplatz, Internet und ein bisschen rum fahren zum Scouting. Dabei ist uns eine kleine Eule vor die Linse gekommen.

Einige Impressionen unseres Ausflugs am tauchfreien Tag:

 

Pflichtprogramm für jeden Touri: Rocamadour. Auf dem Weg dorthin haben wir eine kleine Schlucht entdeckt, in der es abgefahrene Auswaschungen gibt. Ausserdem wohnt am Eingang zu dieser Schlucht ein Wach-Uhu. Zum Glück liess er uns passieren.


Vierter Tag: St. Saveur

Am Samstag war unser letzter Tauchtag, es sollte an die St. Saveur gehen. Wir waren bisher noch nie in dieser Höhle, hatten aber schon viel gehört. Die Bedingungen seien selten optimal. Oft sei der Flow so stark, dass die Eingangsrestriktion als Düse fungiert und Kieselsteine spukt. Die Restriktion soll mit Scooter, Stages und Foto schlecht passierbar sein. Naja, mal schaun was an den Geschichten dran ist. Der Pool liegt malerisch im Wald, ruhiges Wasser, wenig Flow sichtbar. Und keine weiteren Taucher. Wir rödelten in Ruhe unsere Geräte direkt am Pool auf, ließen Stages und Scooter zu Wasser, schlüpften in die Anzüge und konnten es kaum erwarten abzutauchen. Der Höhleneingang ist leicht zu finden, man musste nur dem abfallenden Trichter folgen. Die Restriktion war ohne Anhängsel ganz gut zu passieren, Scooter und Kamera haben wir so durchgereicht. Und dann ging’s schon los. Die Sicht war insgesamt nicht schlecht und mit 7 – 10m im tiefen Teil ganz passabel. Die Leinensituation war teilweise etwas chaotisch, gut verlegt wurde eine Leine, abgewickelt leider mehrere. Wir hatten uns keine lange Grundzeit vorgenommen und drehten nach 30 Minuten auf der BS um. Es war ein spaßiger Tauchgang, der uns sicher wiederkommen lässt. Das einzig ätzende ist die statische Deko im Trichter. Wenigstens gab’s ein paar Fische zum spielen.


Manu auf dem 21m-Dekostop.

Wieder aus dem Wasser lachte schon die Sonne, so dass wir erst mal Pause machten und dann unser Zeug durch den Wald schleppten. In der Zwischenzeit kam auch noch der Guide aus Andrés Füllstation mit zwei weiteren Tauchern. Glücklicherweise waren wir schon fertig, so konnte Manu mit ihrer Kopfhaube aushelfen.
Wir beeilten uns mit dem Verstauen der Ausrüstung und der Fahrt zurück zu André Grimal. Auf uns warteten die üblichen Abreisevorbereitungen, wie letzter Einkauf im Gramat und Auto packen.

Sonntagmorgen holten wir in der Boulangerie ums Eck backfrisches, noch warmes Baguette und traten wehmütig die Heimreise an. Die Unterkunft bei André Grimal war gut und günstig, die Nähe Gramats zur Autobahn ist ein weiterer Vorteil. Leider hatte zu unserer Zeit das Internet in der Füllstation nicht funktioniert, so dass wir in die Stadtbibliothek zum internetten mussten.

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