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Mittwoch, September 20, 2017

Fotokurs mit JP Bresser

Fotokurs mit JP Bresser 26. – 29. 09.2009

Nachdem wir uns schon seit einiger Zeit relativ erfolglos bemühen, die Eindrücke unserer Höhlentauchgänge auf Bildern festzuhalten, entschlossen wir uns spontan das Angebot von JP Bresser anzunehmen und uns von ihm in die Welt der Unterwasserfotografie einweisen zu lassen.

Wir waren in der Moulin de Lantouy im alten Mühlhaus untergebracht und teilten uns das idyllische Anwesen ausschließlich mit Höhlentauchern: Kursteilnehmer eines Cave 1 Kurses bei Tom Karch. und einer Gruppe höhlentauchernder Nordlichter. Da die Höhlentauchszene klein ist, trafen wir dort viele alte Bekannte. Für uns selbst war es das erste Mal, dass wir den Charme dieser alten Mühle genießen konnten.

 

1.Tag: Ressel, Foto Ist-Zustand

Der Treffpunkt an diesem Morgen war direkt an der Ressel und der Tag begann in aller Frühe mit einer Vorstellung der Teilnehmer und deren Equipment am Ufer der Cele. Dann wurde das Konzept dieses Workshops vorgestellt: Für jeden Tag würde JP eine andere Aufgabe formulieren, die wir fotografisch lösen sollten. Die drei besten Fotos jedes Fotografen sollten dann am Abend in gemeinsamer Runde besprochen werden. Der Fokus wurde für jeden Tag auf etwas anders gelegt – anfangs sollte die Optimierung des Equipments im Vordergrund stehen, gegen Ende mehr die Verbesserung der Bildkomposition. Wobei die Themen fließend ineinander übergingen und je nach Stärken und Schwächen jedes einzelnen diskutiert wurden. Neben den In-Water-Sessions waren jeden Tag 1 - 2 Einheiten angesetzt, in denen uns die Theorie zum Thema des Tages lebendig vermittelt wurde.
Die Aufgabe für den 1.Tag klang einfach: Macht ein Bild, mit dem Ihr einem Nicht-Höhlentaucher die Faszination des Höhlentauchens erklären könnt. Nach einer guten Stunde Tauchzeit trafen sich die Gruppen wieder am Ufer und nach einer Pause ging es wieder ins Wasser, dieses Mal mit vertauschten Rollen; die Fotografen des ersten Tauchgangs wurden zu den Models und umgekehrt. Dem zweiten Tauchgang folgte das Belegen unserer Unterkünfte, der Kompressor wurde angeworfen, die Bilder runtergeladen. JP und AM hatten an diesem Abend die Kochmütze auf und zauberten äußerst leckere Entenbrust mit Pasta und Salat. Nach dem opulenten Mahl trafen wir uns im Wohnzimmer und jeder präsentierte seine drei besten Bilder. Diese Auswahl wurde von allen gemeinsam besprochen und schon hier zeigte sich, dass die Startbedingungen für den Kurs sehr unterschiedlich waren: Igor und Matej hatten klar die besten Bilder geschossen, wir (Manu und Peter) sowie Cas hatten noch  mit der Ausrüstung zu kämpfen.


Peter in der Ressel.

2. Tag: Ressel, Covershot

Da es am vorherigen Abend recht spät geworden war, starteten wir entspannt in den Tag und nach dem Frühstück wurde im Haus zunächst einmal die Ausrüstung optimiert. Es ist wirklich unglaublich, wie leicht man sich das Leben machen kann mit den richtigen Tricks und Kniffen!
Nach der Ausrüstungsbastelstunde ging es wiederum an die Ressel, dort war mittlerweile die Hölle los: Es standen sicher 10 Fahrzeuge am Straßenrand. Die Aufgabe für den zweiten Tag lautete: Macht einen Covershot, der auf der die Titelseite eines Tauchmagazins passen würde. JP erklärte uns, worauf es ankommt (z.B. ausreichend Platz für Titel und Überschriften) und wir konnten uns überlegen, wo wir jeweils unseren Covershot machen wollten und das Model dementsprechend briefen.
Da wir vereinbart hatten, die Kochmützen jeden Abend an eine andere Nation weiterzureichen, bereiteten Igor und Matej aus Slowenien das Abendessen vor. Neben der leckeren Gemüsepasta blieb auch der Nachtisch in Erinnerung: Eine slowenischer Kuchenspezialität (Name leider vergessen): Äußerst lecker, aber: A Moment on your lips, a lifetime on your hips… Die reine Sünde! J


Unser „Covershot“

3. Tag: Doux de Coly, Taucherteam mit Scootern

Heute ging es früher los als die beiden vorherigen Tage, da wir eine längere Fahrt vor uns hatten. JP hatte eine Genehmigung für das Tauchen in der Coly bereits im Vorfeld organisiert und auch den Schlüssel für das Gitter dabei. Nach einer guten Stunde Fahrzeit und dem Einsammeln verloren gegangener Schäfchen, konnten wir bequem unser Equipment vorbereiten und uns an die Umsetzung der Tagesaufgabe machen: Das Fotografieren und anleiten von 2 Models mit Scootern. AM und JP stellten sich uns als Models zur Verfügung und brachten dafür Ihre Scooter ins Wasser. Wir legten die Reihenfolge der Fotosessions der einzelnen Fotografen fest und stimmten die jeweiligen Sessions mit den Models ab. Leider hatten wir beide an diesem Tag etwas mit der Kamera zukämpfen, sodass überhaupt nur ein Bild herausgekommen ist, das auch nicht der Reißer ist. So schade das auch war, haben wir an diesem Tag abends am Küchentisch viel über die Kamera gelernt… J
An diesem Abend waren wir mit dem Kochen an der Reihe. Wir hatten schwäbische Küche versprochen und bereits am Abend vorher alles für den schwäbischen Kartoffelsalat vorbereitet. Dazu gab es Maultaschen und, wer mochte, geschmälzte Zwiebeln obendrauf. Auch wenn zuerst die Überraschung groß war, wollten alle die „echte“ schwäbische Version des Gerichts probieren: Zuerst Kartoffelsalat in den Suppenteller, dann die Maultaschen mit der Brühe darüber, dazu Zwiebeln und nach Geschmack mit Essig abschmecken. Die Skepsis wich gefräßiger Stille. Und der Schwabenvirus war gepflanzt… Als Dessert hatten wir frische Feigen „organisiert“, die wir zusammen mit Ziegenkäse servierten. Der Abend wurde wieder zur Bilddiskussion genutzt und ging bis in die Nacht.


AM & JP Scootern durch die Höhle.

4. Tag Landenouse, Taucher bei der Arbeit

Da wir es von unserer Unterkunft nur 7 Minuten zur Landenouse hatten, konnten wir etwas gemütlicher als die Tage zuvor in den Tag starten. Die Aufgabe für den Tag war, einen Taucher bei der Arbeit abzulichten. Dank Matejs und Igors Seilkenntnissen war das Equipment schell im Pool und die Teams konnten loslegen. Da die Sicht nicht besonders gut war, kam uns die Aufgabenstellung sehr entgegen. In der Pause zwischen Tauchgängen kam noch ein Vorauskommando einer deutschen Höhlentauchgruppe vorbei, die sich dann aber dagegen entschied, auch noch in die Landenouse einzusteigen. Zusammen mit uns 7 Tauchern wäre es einfach zu voll geworden. Danke für die Rücksicht!
Abends haben dann Cas und Sophie unseren Gaumen mit Huhn und Gemüsepfanne verwöhnt (NO HERINGS!). Den Abschluss der Gaumenfreuden bildeten feinster französischer Käse und Obst.
In der Abendsession nach dem Essen ging es um digitale Bildbearbeitung durch Photoshop. Auch hier ist es erstaunlich, wie viel man durch ein paar Mausklicks noch herausholen kann und wie schmal der Grat zwischen gut und zu viel ist.

Resümee

Der Fotoworkshop bei JP war sein Geld absolut wert, da waren sich alle einig. Wir haben als Fotografieranfänger extrem viel dazugelernt. Da die Lernkurve extrem steil war, haben wir einiges an Zeit eingespart, die man beim Lernen aus Fehlern benötigen würde. Auch die Bilder der „Profis“ Igor und Matej sind noch einmal ein ganzes Stück besser geworden.
Neben dem Inhaltlichen des Kurses hat es Spaß gemacht, wie unglaublich schnell aus Fremden eine Gruppe geworden ist, die ein gemeinsames Ziel verfolgt: Das Fotografieren zu verbessern. Und ebenso hat sich wieder einmal ein Hauptvorteil des Tauchens nach dem DIR-Prinzip gezeigt: Im Prinzip können Fremde sofort miteinander Höhlentauchgänge mit komplexen Aufgaben absolvieren, da Abläufe und Ausrüstung standardisiert sind und sich somit kein unnötiger Reibungsverlust ergibt.

Urlaubstauchtage 30.09. – 04.10.2009

Die anderen Workshopteilnehmer mussten leider wieder nach Hause, uns blieben noch ein paar Tage zum Tauchen und fotografieren.

5. Tag Cabouy, Traverse Cabouy zur Poumayssen

Zusammen mit JP und Annmarie fuhren wir an die Cabouy um ein bissl zu scootern. Die Sicht war exzellent, das wurde uns auch schon mehrfach berichtet. Unser Ziel war die Traverse Cabouy zur Poumayssen (und zurück). Die Leinensituation war sehr gut, wir hatten sie etwas chaotischer in Erinnerung. Auffällig waren die vielen T’s und Jumps bis zur Poumayssen. Während dieses Tg’s hätte Peter fast die Beißwarze seines Mundstücks verschluckt. Aber wozu hat man ein Ersatzmundstück dabei? Also g’schwind unterwasser gewechselt.
Zur Abwechslung gönnten wir uns am Abend einen Ausflug nach Cajarc und fanden in der Altstadt direkt auf dem Marktplatz ein schönes Restaurant um zu Abend zu essen.

6. Tag Ressel, Noch mal Fotos

Sehr zu unserer Freude hatte JP uns angeboten, mit seiner Kamera ins Wasser zu springen und das bisher gelernte anzuwenden und zu vertiefen. Für uns war das eine sehr gute Wiederholung. Und ganz klar … da muss noch kräftig geübt werden. Dazu eignete sich am besten die Ressel. So konnten wir unsere Fortschritte am besten vergleichen. Wir hatten uns einiges vorgenommen: Noch mal Bilder mit Arbeitsgerät, mit Scooter, Wechsel zwischen Model und Fotograf, damit jeder alles gemacht hat. Den Abend konnten wir in unserer Küche bei letzten gemeinsamen Kochen nutzen, um ein paar Bilder zu zeigen und letzte Fragen zu stellen. Das nenne ich eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Damit ließen wir eine sehr angenehme und anregende Woche voller Bilder in digitaler und emotionaler Form ausklingen.


Manu in der Galerie Supérieure

7. Tag Ressel, Deep loop

Am letzten Tauchtag dieser Frankreichtour hatten wir uns den Deep Loop in der Ressel vorgenommen. Um den besten Parkplatz zu bekommen starteten wir ganz zeitig am Morgen. Diese Woche machten wir die Erfahrung, dass nach 10:00 kein Parkplatz mehr zu haben war. Aber dieses Mal hatten wir Glück, wir waren ganz allein mit unserem ganzen Geraffel. In Ruhe bereiteten wir alles vor. Richteten die Kreisel, ließen die Scooter zu Wasser und warfen gefühlte 20 Stages  ;-) in den Fluß.
Die Sicht betrug im vorderen Teil nur 3-5m, ab dem Schacht dann ca. 7m und dann im tiefen Teil ab dem 3.T ca. 15-20m. Wir hatten uns dieses Jahr schon 2x den tieferen Teil in der Ressel angesehen. Bisher aber immer an der Hauptleine. Am 4. T bogen wir dann in den Loop ab. Interessant war die Veränderung der Gesteinsformationen, nicht wie im vorderen Teil große Platten mit glatt geschliffenen Wänden. Hier wirkte das Gestein wie zerfressen und angelöst mit bizarren Formationen. Das nächste Mal müssen wir unbedingt die Fotokamera mitnehmen.


Profil unseres Tauchgangs durch den Deep Loop.Verwendete Gase im Rebreather: 15/55, 35/35, 50/25 und Sauerstoff.

Am Abend wehte der Duft eines Currys durch die Mühle und wir hatten genügend Mitesser am Tisch.

8.Tag: Comb Negre ohne tauchen

Der letzte Tag wurde zum Scouten einer weiteren Höhle genutzt. Wir machten uns auf den Weg zur Comb Negre. Der Einstieg ist am Flussufer der Dordogne. Der Weg dorthin geht durch den Fluss, sodass wir erstmal Schuhe und Socken ausziehen mussten und nur knietief watend zum Höhleneingang gelangten: Vom Fluss aus sieht man schon mehrere kleine röhrenförmige Öffnungen. Der Einstieg ist klein und die Höhle besteht aus einer Anreihung von Tauch- und Trockenabschnitten. Eines ist klar: Da müssen wir mal mit kleinem Gerät vorbeikommen!
Der Rest des Tages wurde zum Packen genutzt. Ein paar gute Freunde aus Pirna waren in der Zwischenzeit auch schon angekommen. Welch ein HALLO!!! Am Abend wurde zum Abschluss zünftig gegrillt.

Manu & Peter

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