

Anmeldung zum Tauchen direkt über Wolfgang Röhr / Felicitas (https://www.bergwerktauchen-felicitas.de)







Team: Steffen K., Max, Marcel, Steffen B.
Eigentlich wollten wir über das Dreikönigs-Wochenende nach Italien fahren und an der Fontanazzi und Oliero in das neue Jahr starten. Leider hat uns, wie auch schon im letzten Jahr, das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. So entschieden wir uns kurzfristig für 3 Tage an den Thunersee in der Schweiz zu fahren. Zu viert haben wir uns eine Ferienwohnung in Interlaken gemietet und sind alle am Freitagabend/-nacht angereist.
Für Samstag stand die Bätterich auf dem Programm. Wie könnte man ein Tauchjahr besser starten als mit einem Höhlentauchgang? ?
Wir sind also zum Parkplatz gefahren, haben unser Material gerichtet und sind zur Höhle getaucht. Hier ging es auch direkt los. Während Max und Steffen B. bis ca 50m tiefe getaucht sind, mussten Steffen K. und Marcel aufgrund eines technischen Defekts leider schon etwas früher umdrehen. Nach dem Tauchgang teilten wir unsere Eindrücke von dieser Höhle noch mit ein paar anderen Höhlentauchern und haben zufällig Markku Diedrich getroffen, mit dem wir uns direkt über ein paar Tauchspots ausgetauscht haben. Den Abend haben wir mit leckerem Käsefondue und fachgesimpel verbracht.
Am nächsten Tag stand Tieftauchen auf dem Programm. Hierfür sind wir zum Tauchplatz Fischbalme gefahren. Max hatte von Derk Remmers erzählt bekommen, dass auf ca 140-150m ein altes Habitat von Oliver Isler liegen soll. Dieses wollten Max und Steffen B. suchen. Während dessen richteten sich Marcel und Steffen K. für einen 100m-Tauchgang. Es sollte der erste 100m Tauchgang von Marcel werden. Nach etwas über 100 Minuten Tauchzeit waren beide Teams wieder aus dem Wasser. Max und Steffen berichteten von dem Habitat und Marcel war stolz seinen ersten 100er geschafft zu haben. Am Abend haben wir uns mit Pasta und Pizza versorgt und sind ein wenig durch Interlaken gelaufen.
Der Montag war schon unser letzter Tag. Auf Empfehlung von Markku machten wir uns auf zum Guntenbad. Hier ist das Tauchen nur in den Wintermonaten gestattet. Der Tauchplatz fällt in mehreren Stufen nach unten ab. Steffen B. und Max tauchten hier noch einmal auf 75m während Marcel und Steffen K. einen gemütlichen Tauchgang auf 50m unternommen haben. Nachdem beide Teams wieder aus dem Wasser waren, wurden die Fahrzeuge beladen und wir machten uns auf den Weg nach Hause.
In diesem Sinne
Eure Cavebase

Am vergangenen Wochenende hat sich ein Teil des Teams in Gelbsreuth getroffen, um zusammen den ersten Kurs im Bereich Einseiltechnik durchzuführen. Ziel des Kurses war es, dass Team auf einen gemeinsamen Kenntnisstand über die Technik am Seil zu bringen und uns auf kommende Projekte vorzubereiten.
Gemeinsam mit Nils Bräunig und Paul Schlecht von der deutschen Schule für Höhle und Seiltechnik FUNIS (https://www.funis.de) haben wir 2 intensive Tage erlebt.
Bereits am Freitag Abend ist ein Teil des Teams angereist, neben einem leckeren Abendessen wurde schon am Abend viel gefachsimpelt. Am Samstag morgen kamen dann auch die letzten Teilnehmer an, sodass wir pünktlich gegen 9 Uhr starten konnten. Mit einer Mischung aus Theorie und Praxis haben uns Nils und Paul in die Thematik eingearbeitet, sodass wir am Abend bereits problemlos am Seil auf und absteigen konnten.
Den Abschluss von Tag 1 bildete ein leckeres gemeinsames Abendessen.
Am 2. Tag wurden uns besondere Fälle der Einseiltechnik gelehrt, neben Umstiegsstellen und verschiedenen Knoten, lag der Fokus auf dem praktischen Üben. Wir konnten den gesamten Übungsbereich mit einer Vielzahl von Seilen nutzen um parallel verschiedene Szenarien zu üben. Hierbei waren alle stets sehr konzentriert bei der Sache um die Technik möglichst gut zu erlernen. Auch blieb genug Zeit, um ein Wettrennen im Aufsteigen der längsten Strecke (ca. 10m) zu veranstalten.
Beim gemeinsamen Mittagessen haben wir dann auch noch ein paar Projektspezifische Themen angesprochen.
Gegen 17 Uhr war auch der 2. Tag geschafft und wir machten uns auf den Weg nach hause.
Definitiv war das nicht unser letzter Kurs bei Nils und Paul….die Pläne laufen schon jetzt auf hochtouren.
Vielen Dank vom ganzen Team für den super Kurs!
Hier noch ein paar Impressionen aus dem Kurs: https://www.funis.de/auf-dem-trockenen/

Eigentlich sollte es Mitte Juni zum Projekt in Griechenland gehen. Leider hat uns hier Covid-19 einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Fluglinien haben unseren Flug gecancelt. Daher war das Team auf der Suche nach Alternativen. Schnell beschlossen wir ein paar Höhlen in Slowenien zu besuchen. Nach Rücksprache mit unserem Kontakt vor Ort und Beobachtung des Wetterberichts mussten wir auch diese Idee wieder verwerfen, da die Höhlen nicht betauchbar waren. Ein Teil des Teams beschloss daher nur das Wochenende für einen Ausflug zum Bergwerk Felicitas und Nuttlar zu unternehmen.
Das Fototeam um Mats, Schüssi und Heinke, sowie Aline als Oberflächensupport, war jedoch weiter auf der Suche den geplanten Urlaub stattfinden zu lassen.
So beobachteten wir das Wetter und die Grenzöffnungen der umliegenden Länder genau. Für Frankreich stand fest, dass die Grenzen am 15.06. wieder öffnen sollen und das Wetter schaute auch soweit ok aus. Nach Rücksprache mit den Füllstationen im Lot entschlossen wir uns den Trip zu wagen.
So trafen wir uns Montags zu viert bei Schüssi, beluden die Autos und machten uns auf den Weg ins schöne Lot.
Bei unserer Ankunft um 23:30 in Cajarc mussten wir dann direkt feststellen, dass unsere kurzfristige Buchung über Booking.com nicht so richtig geklappt hat und so standen wir ohne Bleibe in Cajarc. Zum Glück haben wir Lilo von der Domain de Gayfie doch noch erreicht und konnten ein Häuschen bei ihr bekommen.

Nach einer erholsamen Nacht luden wir am ersten Morgen erst einmal die Autos aus und richteten unsere Kreisel. Für den Tag stand ein Foto-Tauchgang in der Ressel auf dem Plan. So fuhren wir gegen 12 Uhr an unserem Haus los. Als wir an der Ressel ankamen trauten wir unseren Augen kaum. Der ganze Parkplatz war leer, die Célé ohne Strömung. Wir richteten unser Material und sprangen in den Fluss. Am Höhlenpool erwartete uns glasklares Wasser. In der Höhle selbst hatten wir etwa 8-10m Sicht und es war nur ganz leicht milchig. Wir fuhren mit den Scootern zu den vereinbarten Plätzen und versuchten die besprochenen Fotoaufnahmen umzusetzen. Immer wieder fand einer von uns ein Plätzchen und eine Idee für ein paar Bilder und so knipsten wir fast 2 Stunden lang in der Höhle. Auch testeten wir verschiedene Lichtmöglichkeiten. Den Abend beschlossen wir mit leckerem Wein und Käse.
Am nächsten Tag stand die St. George auf dem Plan. Außerdem wollten wir der St. Saveur einen Besuch abstatten und schauen wie die Bedingungen sind. Auch an der St. George waren wir die einzigen Taucher. Unser Plan war es mit den Scootern bis etwa 1km in die Höhle auf 75m zu scootern. Natürlich nahmen wir auch wieder die Kamera mit und spannten eine Actionkamera auf einen Scooter. Die St. George zeigte sich von Ihrer „üblichen“ Seite, immer ein wenig milchig, und so war an Bilder machen nicht so wirklich zu denken. Lediglich beim Höhlenpool konnten noch ein paar Schnappschüsse der Hechte gemacht werden. Nun ging es weiter zur St. Saveur. Am Pool angekommen richteten wir schnell das kleine Besteck für einen Check-Tauchgang. Von außen sah die Höhle noch vielversprechend aus, leider wurden wir aber ab 5m Tiefe von der Realität eingeholt und es hatte nur 2-3m Sicht. Wir tauchten bis etwa 35m Tiefe in die Höhle, in der Hoffnung, dass es doch noch besser wird. Aber das klappte leider nicht. Auf dem Rückweg hielten wir noch kurz bei Olivier (The Cave To Be) und füllten ein paar Fläschchen auf. Am Abend genossen wir wieder leckeren Wein und selbstgemachten Flammkuchen.
Für Tag 3 planten wir den Deep Loop an der Ressel. An der Höhle angekommen war noch ein anderes Team da. Wir transportieren die benötigten Flaschen zum Eingang. Leider machte uns jedoch Mats Rücken einen kleinen Strich durch die Rechnung und so haben wir uns kurzfristig entschlossen doch nochmal einen Fototauchgang mit kleinem Besteck zu machen. Auch hier testen wir wieder verschiedene Belichtungsmöglichkeiten und Befestigungen der Videoleuchten am JJ-CCR. Anschließend fuhren wir noch zur Trou Madame. Bei unserem letzten Tauchgang hatte sie leider zu wenig Wasser aber heute Stand das Wasser bis zum Einstieg. Wir transportieren also wieder unsere Bailout-Stages zum Eingang und liefen dann durch den Fluss zum Eingang. Auch hier versuchten wir wieder uns gegenseitig in Szene zu setzen.

Für den letzten Tag stand die Landenouse auf dem Plan. Ziel war es bis zum ehemaligen End-Of-Line bei 1300m und -70m Tiefe zu scootern. Diesen Tauchgang wollten wir zum Filmen nutzen und befestigten auf 2 Scootern entsprechend Videoleuchten und am dritten Scooter eine Kamera. Leider streikte die Kamera jedoch beim Abtauchen und so genossen wir die hell beleuchtete Höhle für uns selbst. Nach dem Tauchgang entspannten wir noch ein wenig am Pool bevor wir überlegten noch eine Höhle zum Klettern anzuschauen. Schnell fiel Marcel die Emergence de Bons ein, in welcher er vor 2 Jahren schon einmal ein wenig geklettert war. Natürlich lag unser Höhlenführer in der Wohnung und so mussten wir erst einmal das Internet nach den Koordinaten durchsuchen. Fündig wurden wir schließlich in einem Wikipedia-Eintrag. In der Höhle selbst kletterten wir bis zur Abtauchstelle, machten noch ein paar Fotos und philosophierten wie man hier mal tauchen könnte.

Am Abend richteten wir schon einen Teil der Ausrüstung für die Rückreise bevor wir bei leckeren selbstgemachten Burgern den Abend ausklingen ließen.

Für uns war es eine super Woche um in Ruhe einige Dinge mit der Kamera auszuprobieren, ein paar schöne Bilder zu schießen und tolle Tauchgänge zu machen.
Hier noch ein paar Eindrücke:
In diesem Sinne
Eure Cavebase

Im Juli sprach uns Irene auf eine mögliche Mixed Höhlentour in der Gouron an. Sie war vor einigen Jahren dort schon mal getaucht, am Siphon 1 ausgestiegen und anschließend trocken weiter die Höhle befahren. Da sie kein SRT Gurtzeug dabei hatte, war damals für sie an der 1. Abseilstelle Schluss. Jetzt wollte sie richtig bestückt mit Team und SRT-Fähigkeit, die Höhle weiter erkunden. Max und Olli hatten mit der Gouron noch eine kleine Rechnung offen, da bei unserem letzten Jura Trip am 1.langen Oktoberwochenende 2018 eine Befahrung, der im Fluss LOUE abwässernden Höhle, aufgrund einer Verletzung von Olli nicht stattfinden konnte. Damals schworen wir uns beide, WIR kommen wieder!
So war es am ersten Augustwochenende endlich soweit. Olli packte seine Sachen und lud Max samt kleinem Equipment ein. Anschließend fuhren wir über Zürich und Irene gesellte sich zu uns. Um ca. 01:00 Uhr kamen wir Freitagnacht in Mouthier-Haute-Pierre beim Hotel La Cascade an. Das Hotel ist nur einen Katzensprung von der Gouron im wunderschönen LOUE Tal entfernt. Man wartete bereits auf uns. Um entspannt unseren Trip zu beginnen, fuhren wir erst gegen 9:30 Uhr am Samstag zum Parkplatz direkt am Quelltopf im Fluss.

Wir machten unsere Tauchgeräte fertig und besprachen unser mitzuführendes Equipment. Am Ende führte jeder einen Schleifsack mit. Darin hatte jeder ein Seil, SRT Gurtzeug, etwas zum Naschen und Trinken. Dazu verteilt Akkuschrauber mit Ersatzakku, einen Haufen Bohrhaken, Hammer und passende Maul-/Ringschlüssel. Der Tag stand im Zeichen die Höhle erstmal kennen zu lernen, soweit wie möglich zu kommen und am Sonntag mit angepasstem Material, den ersten Vorstoß zu erweitern. Dazu war der Anzug entscheidend. Wir entschieden uns, unter den Trocki lange Unterwäsche samt Schlaz anzuziehen. So war es warm genug im Wasser und anschließend um im trockenen Teil der Höhle weiter zu machen. Als Tauchgeräte nutzte Irene eine D12 18/45 und eine Stage 80cuft TMX 50/25. Max und Olli tauchten ihre JJ-CCR‘s mit einem Diluent 18/45 und einer Stage 80cuft TMX 18/45 als Bailout. Auf 24m legten wir eine 80cuft TMX 50/25 ab. Um die 495m lange Tauchstrecke mit einer maximal Tiefe von 55m schnell zu überwinden, nutzte jeder einen Scooter.
Als wir endlich im Wasser waren, tauchten wir um 10:33 Uhr ab. Nach 22min hatten wir bereits das Ende von Siphon 1 erreicht. Einzig die vollgepackten Schleifsäcke wirkten wie Anker, die wir hinter uns herziehen mussten. Wir deponierten die Stages und Scooter am Ende der Leine und stellten die Tauchgeräte an den umliegenden Felsen ab. Gleich am Anfang des trockenen Bereichs war ein riesiger ebener Fels, der die Möglichkeit zum Umziehen bot. Die Halle am Ende von Siphon 1 war ca. 15m breit und 20m hoch.

Und nun ging es los! Da Irene nach den Jahren nicht mehr den genauen Gangverlauf im Kopf hatte, suchten wir zuerst den weiterführenden Gang. Nach 3 Anläufen, in engen Spalten auslaufenden Gängen, fanden wir den sehr abwechselungsreichen fortführenden Gang und die Befahrung der Gouron konnte losgehen. Riesige quaderförmige Versturzfelsen ließen noch genug Platz zum Durchschlurfen. An einer engen Spalte mussten wir mit gespreizten Beinen 10m hinaufklettern, bis wir zum 1. Seil kamen. Das hatte mittlerweile einen sehr erbärmlichen Zustand. Wir reparierten es und konnten anschließend ca. 5m daran herunter klettern. Wie die meisten Gänge war auch dieser im rechten Winkel zum Gangverlauf Richtung Norden. Anhand der Lehmgrenze konnte man die Wasserstände zu Hochwasserzeiten innerhalb der Gouron erahnen. 5-7m Unterschied zum aktuellen Wasserstand sind da bestimmt möglich. Der Karst der Höhle wechselte von Hellbraun zu Ocker, Karstweiß zu tiefschwarz, glatt ausgewaschen bis sehr scharfkantig. Wir folgten dem Gang bis wir zur 1. richtigen Abseilstelle kamen. Nach kurzer Inspektion des vorhandenen Seils und Verbesserung der Seilsicherung, legten wir unser SRT Gurtzeug an und Olli seilte sich als Erster ca. 15m ab.

Hier war ein kleines Becken, das wir seitlich trocken umkrabbeln konnten. Auf dem Weg zu unserer heutigen Endstation kamen wir noch an einem versinterten Waschbecken vorbei. Ein wirklich toller Anblick.

An der heutigen Endstation war eine vorbereitete ca. 25m Abseilstelle, die in einem tiefen wassergefüllten Becken endete. Dafür waren wir heute leider nicht vorbereitet. Aber wir nutzten die Zeit, um noch 2 Bohrhaken zu setzen. Die vorhanden sahen nicht mehr vertrauenserweckend aus. Olli setzte die Bohrhaken, band ein neues Seil ein und Irene und Max machten unten am Becken ein kleines Guckerle. Fazit: wir brachen Nassneopren für die weitere Befahrung! Zurück am Ende von Siphon 1 zogen wir wieder unsere Trockentauchanzüge an. Lediglich ein leerer Schleifsack ging mit zurück. Der Rest an Schlazen, Seilen und SRT Gurtzeug blieb in der Gouron. Wir haben die Tauchgeräte angelegt und 16min später waren wir auch schon wieder draußen aus der Höhle.
Da der Tag noch nicht vorüber war, machten wir noch einen kurzen Abstecher zur nahegelegenen Source de Loue. Der Anblick des gewaltigen Quelltores erinnerte an einen Fantasyfilm. Unfassbar imposant was die Natur erschaffen kann. Definitiv einen Abstecher wert!

Mit den Erfahrungen der Temperatur beim Tauchen und aufgrund des tiefen Beckens entschieden wir uns für die Befahrung am Sonntag unter den Trockis den Nassanzug zu ziehen. Auf em Hinweg war dieser trocken und der Rückweg war kurz genug, um nicht zu frieren. Am Ende von Siphon 1 entledigten wir uns kurz unserer Trockis und schon machten wir uns auf den Weg zur Endstation des letzten Tages. Wir seilten uns ab und schwammen durch den tiefen, wassergefüllten Gang weiter in den Berg hinein.

Wir kamen zu einem 2.Siphon, dieser ließ sich aber über eine Lehmhalde umgehen. Hier erwartete uns der nächste richtige Siphon. Es war ein Pool mit den Ausmaßen von ca. 20 x 15m. Wie im Rest der Höhle war auch hier noch alles vorbereitet. Ein Bergseil führte durch den 3. Siphon. Max zog Maske und Kopfhaube an und machte ein kurzes Guckerle entlang des verlegten Bergseils. Der glasklare Pool war am Grund lehmbedeckt und er tastete sich langsam vor. So konnte er die Oberfläche in 4-5m von Siphon 3 bereits vor dem Abtauchen sehen.

Er zog sich am Bergseil nach einem kräftigen Atemzug vor. Nach 3 Minuten kam er wieder und berichtete von der Fortsetzung. Olli machte es ihm nach. So konnte Irene sich ein objektives Bild machen, ob sie das auch schaffen kann. Da wir nur eine Kopfhaube und Maske mitgenommen hatten, nutzten wir eines unserer Seile, um das Durchtauchen so angenehm wie möglich zu machen. Nacheinander tauchten wir frei durch Siphon 3. Die Schleifsäcke ließen wir am Rande des Pools zurück. Am Ausstieg von Siphon 3 wartete bereits Siphon 4. Glücklicherweise gab es auch hier eine lehmbedeckte trockene Umgehung. Dazu zogen wir uns am 5m hohen Hang hinauf und rutschten gesichert mit unserem letzten Seil zum Ausstieg von Siphon 4. Weiter ging es einen langen, wassergefüllten Gang entlang. Nach ca. 15min Schwimmen wurde es wieder trocken. So wechselte sich die Befahrung die nächsten 1000m ab. Schwimmen, trocken weiter Höhlenwandern und einige, vorbereitete Kletterpassagen machten die Höhle sehr abwechslungsreich.

Bis wir zu Siphon 5 schwimmend kamen. Hier waren noch Reste von Caveline zu finden. Leider endete unsere Tour hier. Max und Olli schauten sich noch einmal den in die Tiefe gehenden Siphon 5 an und tauschten sich über Möglichkeiten für eine mögliche Wiederkehr zu Siphon 5 aus. Anschließend machte sich das großartige Team, auf den Heimweg. Hier hat wirklich jeder mit angepackt und geholfen. 2000m Rückweg lagen vor uns, die im Nu, aufgrund unserer Begeisterung für die Gouron, erledigt waren. Auf unserer Umziehplattform schlüpften wir mit unseren nassen Neoprenanzügen in die Trockis und packten die Schleifsäcke. Diese waren deutlich voller als am Vortag und lagen wie 5 Anker beim Scootern im Wasser. Trotzdem brauchten wir nur 20min zurück.
Bei einem flussgekühlten Bier ließen wir die beiden Tage Revue passieren und schmiedeten Pläne, wie wir bei Siphon 5 weiterkommen könnten. Ein wenig Geschafft aufgrund der letzten 2 Tage fuhren wir wieder Richtung Schweizer Grenze.
Ein kurzes Video über die Tour könnt ihr euch hier anschauen.
In diesem Sinne
Eure Cavebase

Langsam und mit letzten Blicken genossen die beiden die Schönheit der Agia Eléoussa mit ihren unzähligen unfassbar grossen Tropfsteinen bis sie wieder am Pool des tiefen Schachtes auftauchten. Etwas enttäuscht schauten Steffen K. und Olli O. sich an, da es das Ende der weiteren Exploration im Südsiphon der Agia Eléoussa bedeutete. Vielleicht bringen ja die anderen Teams bessere Neuigkeiten vom Nordsiphon mit…

Der Nordsiphon ist an der Abtauchstelle deutlich leichter zugänglich und größer als der Südsiphon. Heißt ein größerer Gang auch gleich größere Höhle?
Mit EAN32 im Loop ging es los. Oli Schöll bewaffnet mit der Filmkamera, vorweg Mats und Schüssi mit dem Reel und dem Explorer-Gesicht. Steffen B. hinterher, so unser Plan. Steffen B. sollte sich um den Kameramann kümmern, der manchmal so fokussiert auf seine Aufnahmen war und auf sich selbst nicht mehr aufpassen konnte. Der Untergrund, über den sie laufen mussten, ließ sie 30-40cm im Lehm versinken. Nun, bereits vor dem Betreten des Wassers war keine Leine zu sehen, also hatten sie gleich zu Beginn die Leine außerhalb des Wassers befestigt. Sie tauchten ab und konnten im Cavernbereich ebenfalls keine Leine finden. Sie hofften weiter auf das große Neuland, blieben ganz entspannt, hatten sie ja noch 2 weitere Explorer-Reels dabei. Die vier wussten nicht wohin die Reise noch geht und die Erwartungen waren groß.
Die ersten Tie-Offs waren durch Mats und Schüssi schnell gesetzt, richtig professionell und heimlich geübt sah das aus. Beim Abtauchen in die Höhle sah Steffen B. plötzlich auf der anderen Seite des Ganges, die vorhandene Mainline. Sie knüpften dort an. Den Verlauf der Mainline Richtung Oberfläche wollten sie erst auf dem Rückweg checken.
Der Gang wird schmaler, dafür höher, die ersten Stalaktiten ragten von der Decke. Der Boden war mit sehr feinem, lehmigem Sediment bedeckt. Diese Schicht lässt an Schnee erinnern. Eine idyllische Winterlandschaft mit 30cm Schnee auf Felsen und Dächern. Hier nur hell-braun lehmig aber wahnsinnig gefährlich. Kommt eine Flosse zu nahe, explodiert der „braune Schnee“ verzaubert seinen Einfallsbereich zu einem Nullsichtbereich. Zwischendurch ragten massive Stalagmiten empor, teils verbunden mit kräftigen von der Decke hängenden Stalaktiten, umsäht von unzähligen kleinen und feinen weiteren Tropfsteinen. Die Ausmaße der Tropfsteine reichten von feinen im 0,5cm im Durchmesser mit 10 – 20cm Länge bis hin zu massiven zwei Meter dicken Stalagnat, die wohl hunderttausende Jahre gewachsen sind.

Der erste Tauchgang war gepaart von Bewunderung über die prachtvollen Tropfsteine, der gepuderten Welt sowie Neugierde wohin uns die Leine führt. Sie führte uns durch eine S-Kurve und die Anzahl der großen Tropfsteine wurden immer größer. Wir kamen in eine 40m lange, 30m breite und 20m hohe Halle, die auf der rechten Seite mehrere Verstürze hat. Anschließend gelangt man in eine flache, nur noch 5m hohe, mit unzähligen Stalagmiten und Stalaktiten bestückte runde Kammer. Wie auf einem Silbertablett präsentieren sich hunderte Tropfsteine. Recht mittig, an einem Stalagmit ist die Leine befestigt. Als Steffen B. den Punkt erreichte blickte er in die traurigen Augen von Mats und Schüssi; sie hatten das Ende erreicht. Hier ging es nicht mehr weiter, oder? Olli S. war damit beschäftigt die Eindrücke auf Film festzuhalten, so suchte der Rest verzweifelt nach einem Fortgang, immer vorsichtig, um ja keinen Tropfstein abzubrechen, die teils sehr „ungünstig“ gewachsen sind. Wir suchten den Raum ab und mussten feststellen: Das hat seinen Grund, warum die Leine nicht weiter geht. Wir konnten leider keine Fortsetzung finden.
Nachdem wir den Raum noch einmal gemeinsam ausgeleuchtet, bestaunt und auf uns wirken haben lassen, machten wir uns auf den Rückweg. Da hinaus die rechte Seite einer Wand gleicht, auch wenn teils einer wunderschönen fetten Kalkschicht überzogen, konzentrierten wir uns auf die linke Seite und die vielen Verstürze. Viele große Blöcke sind von der Decke gefallen, und haben die daran befindlichen Stalaktiten platt gemacht. Manche Felsbrocken hatten deutlich weniger bis gar kein Sediment auf ihren Oberflächen. Wir drangen in so manch engen Gang ein, mussten jedes Mal bei Nullsicht rückwärts wieder raus. Wir konnten keinen Erfolg in der Suche nach einer Fortführung vermelden. In einem weiteren Seitenarm deutete sich eine Fortsetzung durch die Decke an. Leider wurde diese so eng, dass wir aufgeben mussten, ohne das Ende des Schachtes erkennen zu können. Wir nutzen auf dem Rückweg die Möglichkeit in der S-Kurve zwei kleine Spalten zu begutachten welche uns bereits auf dem Weg hinein aufgefallen waren. Wie sich herausstellte konnte man sich dort zwischen den Tropfsteinen durchschlängeln, um die S-Kurve abzukürzen, aber nicht einen anderen Gang zu finden.
Interessant war jedoch, am Ende der S-Kurve, sowie auf den folgenden 5m, an denen der Gang wieder richtig breit wird und Richtung Ausgang führt, entdeckten wir in Bodennähe ein Flimmern…

Da wir in Brackwasser tauchten, ist davon auszugehen, dass dort Süßwasser austritt. Heinke und Steffen B. untersuchten am nächsten Tag den Grund genauer und konnten mehrere Austrittslöcher feststellen. Der ganze Bereich enthält ca. 20 Löcher, teils ist das am Boden befindliche Sediment richtig darin abgesackt, es sah teils sehr frisch mit „rauen“ Abbruchkanten aus. Möglicherweise eine Folge des starken Regens die Woche zuvor? Durch den Aufwendigen Zugang zu dieser Höhle sind bisher nur wenige Taucher in der Höhle gewesen. Wir konnten leider nicht ermitteln ob andere Taucher zuvor die gleiche Beobachtung machen konnten. Manche dieser Löcher aus denen Wasser dringt sind nur 10-20cm im Durchmesser, andere sind 50 – 120cm. Traurig mussten wir feststellen, dass auch in den größeren definitiv kein Fortkommen möglich ist.
Wir beschlossen keine weiteren Tauchgänge im Nordsiphon vorzunehmen. Für den Südsiphon kamen wir auf das gleichen Ergebnis. Auch dort definitiv keine Fortsetzung. So räumten wir unser Lager und zogen weiter, um uns andere Höhlen anzusehen.
Auf der Ostseite der Insel befindet sich in 30m Wassertiefe, ca. 60m entfernt vom Ufer der Eingang zu einer Höhle welche im Frühjahr upstream und in der übrigen Zeit, v.a. im Herbst downstream verläuft. Zu den starken upstream Tagen würde das Wasser von 30m Tiefe aus der Höhle herausschießen und und an der Meeresoberfläche deutlich zu erkennen sein.
Der viele Regen die Woche zuvor gab uns Hoffnung, dass die Richtung in dieser Jahreszeit evtl. anders verläuft. Auch wenn wir uns nicht die große Chance erhofften, so wollten wir es zumindest einmal versuchen. Unsere Recherchen vorab ergaben, dass die Höhle tief nach unten geht. Auf Grund dessen waren dort bisher nur sehr wenige Taucher. Wir hörten von einem, der an einem dicken Seil befestigt in die Höhle bis auf 90m tauchte und von seinen Kameraden wieder herausgezogen werden musste. Wir waren gespannt auf unser Scouting, bei dem wir keinerlei Risiko eingehen wollten. Es ging erstmal darum den Eingang zu finden und die Strömung zu checken. Sofern es die Bedingungen erlaubten, hätten wir vor Ort entschieden ob wir mal ein „Guggerle“ wagen. Wir ließen uns von Makis eine Beschreibung geben. Anfangs wussten wir nicht, ob die Beschreibung genau genug ist: „… geradeaus, bis ihr zwei Steine seht. Also dort liegen viele Steine, aber an den zweien die ich meine, müsst ihr nach rechts… Ihr erkennt sie schon.“
So sollte es auch kommen. Wir parkten die Autos direkt an der Küstenstraße, die Sonne prallte auf den heißen Asphalt. Schatten suchte man vergebens.

Wir installierten zwei Seile als Geländer, da der Weg zum Ufer über eine schräge Felsplatte führte, die mit Sand und Geröll bedeckt war. Das Team half und trug 2 Bailout-Stages mit 18/45 sowie zwei Scooter zum Wasser während Olli O. und Steffen B. die RBs fertig machten und sich in die Anzüge quälten.
Im Wasser angekommen, die Predive-Sequenz samt Safety-Check vollendet, tauchten sie ab und waren gespannt was sie erwartet. Sie erkannten die beiden Steine sofort und bogen ab, dem Grund folgend bis auf 30m Tiefe. Der Grund verläuft trichterförmig auf die Höhle zu; und bereits bevor sie das Loch sahen, wussten sie es handelt sich um einen Volltreffer. Langsam wagten sie sich in das Loch am Meeresgrund, welches einen Durchmesser von ca. 8m hatte, aber nach unten kleiner wurde. Sie behielten ihre Hand vorsorglich am Trigger des Scooters, denn sie bemerkten wie die Strömung sie nach unten sog. Vorsichtig tasteten sie sich bis auf den Grund des Loches vor und konnten in die Höhle blicken. Vom senkrechten Loch knickte die Höhle um 80° Richtung Insel ab. Um sich einen Eindruck verschaffen, ließen sie Sand aus ihren Händen rieseln und verfolgten wie die Sandkörner und v.a. kleine Schwebteilchen in das dunkle Loch gezogen wurden.
Nach einem kurzen Blick war klar, dass sie in das Loch nicht tauchen werden. Aber man kann ja mal näher heran. Sie keilten sich zwischen felsiger Höhlendecke und sandigem Grund ein, und spürten die Turbinenwirkung der Engstelle deutlich. Es war klar, dass man gegen diese Strömung nicht anschwimmen konnte. Für so einen Tauchgang benötigt man mehr Vorbereitung und Risikoabschätzung. Nach ein paar Runden im „Höhlen- Höllenpool“ mit dem Scooter nach oben schraubend war deutlich zu spüren, wann man aus dem Sog der Höhle heraus war. Peilung Richtung Ufer düsten sie zurück. Auf den letzten 150m versagte Ollis Scooter; was für ein Glück, dass das nicht in der Höhle passierte! Die langsamere Geschwindigkeit auf dem Rückweg sorgte dafür, die Deko „on-the-walk“ abgeschwommen werden konnte, wo sie das Team bereits erwartete und aus dem Wasser half.
Das Foto- und Videoteam der Cavebase hat sich, auch in diesem Jahr, das Ziel gesetzt möglichst gute Bilder unter, wie auch über Wasser zu machen. Die Besonderheit bei diesem Projekt war, schöne Aufnahmen des Abseilens in der ersten Höhle zu machen. Wir hatten hierfür 2 GoPro’s sowie 3 Systemkameras zur Verfügung. Um möglichst nah am Geschehen (aus Sicht des Zuschauers) zu sein, entschlossen wir uns zum Beispiel dazu, eine GoPro auf das Bein eines Kletterers zu befestigen und diese zusätzlich am Schnürsenkel zu sichern. Die andere GoPro befestigten wir auf dem Helm. Dies ergibt einen tollen Einblick und bringt den Zuschauer mitten ins Geschehen. Mit den Systemkameras machten wir verschiedene Aufnahmen während des Einbaus des Schachtes, sowie während des Abseilens. Mit den Drohnen konnten wir an dieser Stelle leider nicht viel filmen, da der Eingang zur Höhle stark mit Bäumen und Sträuchern zugewachsen war. Für die Unterwasseraufnahmen standen uns 3 Kameras, zwei GoPros und eine Paralenz zur Verfügung.

Bei dem ersten Tauchgang lernten wir die Höhle kennen und machten einige Probeaufnahmen. Im Anschluss haben wir diese kritisch betrachtet und über Verbesserungen diskutiert. Mit einem guten Plan für den zweiten Tauchgang und einigen Zeichnungen wurden die ´´Models´´ gebrieft und einige Trockenübungen durchgeführt. Unterwasser muss schließlich alles stimmen- an dieser Stelle vielen Dank für die Geduld. Unterwasser wurden das Besprochene umgesetzt und es gelangen uns einige tolle Aufnahmen.
Für den nächsten Tag waren Scooter-Aufnahmen geplant. Dies entpuppte sich als eine knifflige Aufgabe, da alle Taucher scootern und man dies bestmöglich filmen und fotografieren wollte.
Wir wollten anfangs vor der Höhle in V-Formation, dicht unter der Wasseroberfläche scootern und den Weg zum Eingang der Höhle sowie das Abtauchen mithilfe einer Drohne filmen. Also begannen wir mit Trockenübungen sowie das Stellen der Formation. Hier klappte alles sehr vorbildlich. Guter Dinge stiegen wir ins Wasser um das Besprochene in die Realität umzusetzen, dabei entstanden die ersten Probleme.

Einige wussten nicht mehr an welcher Position sie in der Formation gehörten und die V-Formation sah nach einiger Zeit nicht mehr nach einem V aus. Wir wären wirklich schlechte Zugvögel aber wir sind ja auch fürs Wasser gemacht 😉
An einer Stelle in der Höhle fuhren wir im Kreis, damit wir an einer bestimmten Stelle der Höhle gute Filmaufnahmen machen konnten. Nur machte es den Anschein als wüsste keiner mehr, wie oft noch im Kreis gefahren werden musste, also hörte keiner wirklich auf. Es hatte den Anschein von einem außer Kontrolle geratenem Karussell. Jedenfalls kam bei diesem Tauchgang der Spaß nicht zu kurz. Letztendlich ist das Foto/Videoteam noch mehr zusammengewachsen, hat einiges dazu gelernt und hofft, in der Zukunft daran anzuknüpfen.

Und was haben wir noch alles gemacht? Uns die Insel angeschaut, zwei kleinere Höhlen angeschaut, viel Eis (einer besonders viel) gegessen; zusammen gekocht und gebacken, schöne Abende mit viel Ouzo gehabt, ein großes Essen in einem einheimischen Restaurant im Inneren der Insel genossen. Viele Gespräche gehabt, die Ausrüstung optimiert und und und….

Am Freitagabend machten sich Marc und Steffen B. mit dem Transporter auf dem Weg und die anderen flogen am Samstag mit vielen Eindrücken von Erlebten zurück. In Frankfurt-Hahn trennten sich unsere Wege. Aline, Matz und Heinke fuhren in den Norden, Schüssi, Olli O. und Olli S. nach Mittel- und Süddeutschland.

Fazit: Kefalonia war nicht nur planerisch das bisher komplexeste Projekt der Cavebase Geschichte. Das Projekt hat uns als Cavebase nochmal ein ganzes Stück weitergebracht und unsere Fähigkeiten, auch diese Art von Höhlen zu betauchen, erweitert. Kefalonia wird uns oder zumindest den ein oder anderen von uns, wiedersehen.

In diesem Sinne
Eure Cavebase

Team: Tobi, Flo, Yvonne, George
Tauchen mal ganz anders!
So hieß das Motto am Freitag den 04.01.2019 bei -3 Grad und Schneefall haben wir uns mit George am See getroffen um mit ihm seinen neuen Tauchhelm zu testen
Hier ein paar Bilder die an diesem Tag entstanden sind.
In diesem Sinne,
Eure Cavebase
Team: Marc, Heinke, Max, Steffen K., Zeljka, Marcel, Mats, Olli, Steffen B., Aline
21.09.-28.09.2019
Nachdem sich die Cavebase über viel frischen Wind durch neue Anwärter freut, kam die Idee auf, mit einen Aufenthalt im französischen Lot das Spaßige mit dem Nützlichen zu verbinden. Zuerst einmal wollten wir Spaß mit spannenden und komplexen Tauchgängen im Team verbinden. Desweiteren wollten wir unsere höhlentaucherischen Fähig- & Fertigkeiten harmonisieren und weiter steigern. Dazu wollten wir uns eine ganze Woche mit verschiedensten Themen und Zielen auseinandersetzen. Frei nach dem Motto: „Nach dem Projekt ist vor dem Projekt!“
Themen waren erstmal grundlegende Dinge, wie Labeling und Rigging von Stages in der Cavebase, CCR Predive-Checkliste und allgemeine Prozeduren im Team. Dazu sollte die persönlich betauchte Reichweite der von uns bekannten Höhlen deutlich erweitert werden. Mit dem Umgang des neue gewonnen Habitats kamen weitere Prozeduren zum Aufbau, Nutzen und Betreiben hinzu. Als i -Tüpfelchen nutzten wir die Tauchgänge, um verschiedenste Erfahrungen von anderen Explorationsprojekten für das Team auszuprobieren und so z.B. moderne Verfahren in der Deko zum Wohle der Sicherheit bei langen Explorationstauchgängen zukünftig zu ermoeglichen.
Nach einer langen Anfahrt am Samstag für alle Teammitglieder bis teilweise spät in den Abend, stand am Sonntagmorgen zuerst einmal ein gemeinsames Frühstück an. Bei diesem ging es auch parallel direkt los mit Theorie und spannenden Diskussionen. Anschließend richteten sich alle für einen ersten Tauchgang in der Emergence du Ressel, diese sollte in 2 Phasen betaucht werden. Am ersten Tauchgang dieser Woche wollten sich die Support-Teams den 60m-Bereich mit dem Scooter anschauen. Unser Push-Team Max und Oli planten bis zum tiefen Schacht bei 83m zu tauchen. Für die Support-Teams sollte dieser Tauchgang eine Vorbereitung auf den Deep-Loop sein. Das Push-Team plante gegen Mitte der Woche zur Biwakhalle zu tauchen. Bei strömendem Regen richteten wir das Material für die Höhle. Die Support-Taucher machten sich hierbei auch bereit Depots für das Push-Team in die Höhle zu bringen. Zeitlich versetzt starteten die Teams nacheinander. Im tiefen Bereich wurden alle Taucher mit glasklarem Wasser belohnt. Mit Tauchzeiten von 2-4,5 Stunden beendeten alle Mitglieder ihre Tauchgänge erfolgreich. Im Schein der Lampen verräumten wir das Material und fuhren zurück zur Unterkunft.

Im Vorfeld der Woche wurde uns schon die aktuell gute Sicht in der Gouffre de Cabouy zu getragen. Grund genug, um die Höhle in unsere Planung mit aufzunehmen, da dieser Zustand nicht sehr häufig ist. Außerdem passte sie auch in unser steigendes Trainingsprofil und unsere Scooterstrecke & -zeit auf über zwei km One-Way anzuheben. Aufgrund der Tiefe und Tauchzeiten zu den nächsten Austauchstellen bedurfte es nur eines Stagedepots durch das Supportteam und so konnten sich die gebildeten Teams ihre individuell gesteckten Ziele super umsetzen. Marc, Marcel, Mats und Steffen B. planten bis zum Ende von Sump 1 zu tauchen, und dort Scooter und Gas für das Push-Team abzulegen. Auf dem Rückweg wurden dann noch ein paar Übungen wie das Abschleppen eines Tauchers mit defektem Scooter trainiert. Nahe dem Ausgang wurde das Viererteam von Steffen K. und Heinke in Empfang genommen. Diese hatten sich ein paar Übungsszenarien für die anderen ueberlegt und so klemmten plötzlich unsere Solenoid in offener oder geschlossener Position und wir mussten ohne Diluent oder Sauerstoff klar kommen. Nach der Trainingssession tauchten auch Steffen K. und Heinke noch ein wenig in die Cabouy. Max und Olli war das Ende von S1 nach 2km nicht genug und so machten sie sich auf den Weg zum Einstieg von S3. Herausforderungen während des 5,5 Std Ausfluges war der Transport von CCR, Bailout und Scooter über die nicht betauchbaren Abschnitte und das Überwinden der Teils engen Trockenpassagen.

Durch die aktuell sehr gute Sicht konnte man erstmals die Ausmasse der Gaenge in S1 erkennen. Im mittleren Teil nach S1 bis Auftauchen S2 wurden diese Gänge immer größer und endete in einer riesigen Kathedrale vor S3. Diese riesige Halle war so groß, dass diese nicht auf einmal ausgeleuchtet werden konnten. Total begeistert von den Ausmaßen der Cabouy trat das Push-Team rechtzeitig den Rueckweg an, um pünktlich wie geplant beim Rest des Teams anzukommen. Dort wurden sie mit einer Pizza überrascht, und konnten die gewonnenen Eindrücke teilen.

Für den 3. Tag trennten sich die Teams, um individuell auf die Themen UW-Höhlenfotografie und Sidemounttauchen eingehen zu können. Heute sollte einfach mal die Seele bei einem relativ einfachen Tauchgang baumeln gelassen werden, um die letzten Tage nochmal Gas zu geben.
Das Sidemounttauchen ist bei der Cavebase Mittel zum Zweck und so steuerten Max und Olli die Source de Marchepied an. Diese Höhle zeichnet sich durch eine längere Restriktion aus, die nur mit einem Sidemountsystem bequem durchtaucht werden kann. Ein Umdrehen ist hier nicht möglich und es muss weitergetaucht werden bis der Gang wieder aufmacht. Dort angekommen wurden sie mit sensationell klarem Wasser belohnt. Die Entfernung des Strahles der Lampe wurde lediglich durch das Höhlenprofil begrenzt.
Das restliche Team wollte an diesem Tag die Resurgance de Trou Madame betauchen. Diese Höhle war für viele Mitglieder bisher unbekannt und bietet mit seiner geringen Wassertiefe ein ideales Mekka für lange ausgedehnte Höhlentauchgänge. Nachdem das Team alle vier Fahrzeuge geparkt hatte machte es sich zu Fuß auf den Weg den Eingang zu erkunden. Leider mussten sie feststellen, dass der Wasserstand aufgrund der langen Dürrephase sehr flach war und man erst einmal über 100m in die Höhle klettern musste. Im ganzen Team kam keine richtige Motivation auf, das ganze Material hierher zu transportieren und so wurde beschlossen, den Tauchgang auf die Source de Landenouse zu verlagern.
Hier konnte die neue Treppe genutzt werden, was sollen wir sagen: „Luxus pur“.
Es wurden 3 Teams gebildet. Marc und Steffen B. erkundeten die Höhle mit dem Scooter, Marcel und Mats schnappten sich die Fotoausrüstung und probierten in der Höhle ein paar Einstellungen mit abgelegten Lampen aus. Leider hatte die Landenouse an diesem Tag nicht die idealen Bedingungen und war gerade im Eingangsbereich sehr milchig. Das 3. Team bestand aus Heinke und Zeljka. Auch sie machten sich zu Fuß auf den Weg. An diesem Abend schaffte es das ganze Team einmal bei Tageslicht zurück in der Unterkunft zu sein und den Grill anzuschmeisen.
Erholt vom Vortag stand für den 4. Tag nochmals die Ressel an. Nach einer detaillierten Tauchgangsbesprechung innerhalb der Gruppe kristallisierten sich drei Tauchteams heraus. Das Push-Team plante die Biwakhalle zu begehen. Der Tauchgang wurde mit insgesamt 6 Stunden vom Ab- bis Auftauchen in der Cele geplant. Team 2 war das Deep-Loop-Team Heinke, Marc, Marcel, Mats und Steffen B. Hier war ein Scootertauchgang durch den Deep Loop geplant. Bei diesem Tauchgang sollte zusätzlich noch Support für Max und Olli geleistet werden. Hierbei wurden zwei Dekogase O2 und TMX50/25 sowie je zwei mal TMX30/30 und TMX18/45 und Backup-Scooter deponiert. Den Tauchgang setzte das Deep-Loop-Team mit 3-3,5 Stunden an.
Das dritte Team bildeten Steffen und Zeljka als Support-Team für Max und Olli um Material auf der Deko abzunehmen.
Als erstes bereitete sich Team 2 vor und rüstete sich mit dem Material von Team 1 sowie dem selbst benötigten Material an Gasen und Scootern aus. Der Plan war es im flachen Bereich gemäßigt zu scootern und im tiefen Bereich die Geschwindigkeit etwas zu erhöhen, um nicht zu viel Deko zu sammeln. An den abgesprochenen Depot-Punkten wurden die Gase entsprechend abgelegt. Zum Erstaunen des ganzen Teams verlief der gesamte Tauchgang sehr entspannt und schnell und so war das Team bereits nach 130 Minuten wieder zurück.
Dank der guten Zuarbeit des Deep-Loop-Teams konnten Max und Olli als das Biwakhallen-Team deutlich entspannter und schneller den größten Teil der tiefen Passage zurücklegen. Die Ressel glänzte mit traumhaften Sichtweiten ab 40m und sehr breiten Gängen, so dass die meiste Zeit nebeneinander gescootert werden konnten. Erst der Schacht 7 hinauf zum Hasenmeyerschacht musste wieder hintereinander betaucht werden. Bis zum Schacht 7 war die Leinensituation bestens, danach gab es teilweise mehrere Hauptleinen oder Leinenknäule. Im Hasenmeyerschacht saßen die Zwei die entstandene Deko ab, um über den Weg Richtung LAC T, die METRO entlang, über die Schikane schlussendlich in der Biwakhalle anzukommen.
Nach dem Überprüfen der CO2 Situation legten sie die Ausruestung ab, um anschließend am Einstieg von S4 sitzend weitere Vorhaben innerhalb der Ressel zu schmieden und die Trockenpassage intensiv zu erkunden.
Mit dieser Begeisterung machten sie sich wieder auf den Weg Richtung Ausgang, dabei konnte die Ressel in allen Zügen genossen werden. Auch sammelten sie die tiefen Gase wieder ein. Leider verpasste Team 3 den richtigen Zeitpunkt, um das Material von Team 1 abzunehmen und so staunten alle nicht schlecht, als Team 1 vollbeladen in der Cele auftauchte. So konnte das dritte Team dann einen gemütlichen Tauchgang bis zum Schacht durchführen.
Als am späten Nachmittag die anderen Tauchgruppen an der Ressel größtenteils weg waren, machten sich Steffen B. und Heinke nochmal auf den Weg zum ersten T., um dort den Aufbau des neuen Habitats an den vorhandenen Ankerpunkten zu testen. Nach gut 30 Minuten stand das Habitat 1a im rechten Gang. Beim Ablassen der Luft aus dem Habitat musste das Team leider feststellen, dass der verwendete Schlauch zu klein gewählt wurde und so dauerte es 1,5 Stunden, bis das Habitat wieder leer war und zerlegt werden konnte. So war es natürlich schon dunkle Nacht bis die Aktion zu Ende war.
Der nächste Tag sollte ganz im Zeichen von dreistellig stehen, dazu gab es zwei Teams. Team 150m und Team 100m. Das Ganze sollte mit einem bereits vorhandenen Habitat in der Source de Saint Sauveur kombiniert werden. Am Morgen fuhr ein Teil des Teams noch bei Olivier vorbei. Dieser erzählte, dass das alte Habitat bereits seit 3 Jahren nicht mehr im Höhlenpool vorhanden ist. Als das gesamte Team dann an der St Sauveur angekommen war, musste man feststellen, dass die aktuellen Bedingungen für das Vorhaben absolut bescheiden waren. Der Pool war komplett mit Entengrütze bedeckt und die Sicht war gemaess herauskommender Taucher bis 70m alles andere als prickelnd. Trotzdem schickten wir ein kleines Scout-OC-Team aus Zeljka und Olli ins Wasser, um eine eigene Bewertung zu einem möglichen Aufbau unseres Habitats zu ermöglichen.

Sicht und Verankerungen ließen uns die St Sauveur wieder verlassen und wir steuerten unseren Autokonvoi zur nahegelegenen Fontaine de Saint Georges.
Hier richteten alle ihr Material und sprangen in mehreren Teams ins Wasser. Leider mussten Marcel und Mats wegen technischer Probleme den Tauchgang aussetzen. Beim Ablegen der O2 Bailoutflasche stellte Olli die gerissene Hauptleine im Quelltopf feste. Nachdem diese repariert wurde konnte es los gehen. Anfangs noch trübe Sicht machte die ST. GEORGES nach ca 100m auf und der im Vergleich zu den anderen umliegenden Höhlen etwas andere Aufbau konnte bestaunt werden.
Am letzten Tauchtag fuhr das Team für einen kleinen Spaßtauchgang zur Source du Cunhac (Ressel 2). Hier tauchten Max, Olli und Steffen mit Scooter zum Leinenende. Während Marcel, Zeljka und Mats zu Fuß und mit Kamera ausgestattet abtauchten, leider waren die Sichtweiten hierfür nicht perfekt.
Da in dieser Woche ein großes Ziel war das Training mit dem neuen Habitat auszuweiten fuhren wir am Nachmittag noch einmal zur Ressel. Hier hatten wir das große Glück, dass nur noch eine Gruppe Taucher vor Ort war, da wir die anderen Tauchgruppen mit dem Habitat nicht stören wollten. So machten sich Marcel und Steffen B. in Begleitung von Mats an der Kamera auf den Weg zum ersten T um das Habitat aufzubauen. Nach 30 Minuten folgten dann Max und Olli als „Habitat-Tester“. Zu diesem Zeitpunkt musste das Habitat nur noch final ausgerichtet und mit Gas befüllt werden.

Anschließend wurde zuerst der Einstieg mit Gerät in das Habitat probiert. Im zweiten Anlauf nahmen Steffen und Marcel die Geräte der Taucher außerhalb des Habitats ab und Max und Olli stiegen OC ein. Dort machten sich die zwei daran medizinische Maßnahmen und weitere Möglichkeiten im Habitat zu testen. Zum Ende Stand dann noch das Zurücksteigen in die Kreislaufgeräte auf dem Programm und anschließend der Abbau des Habitats. Alles in allem war das ein drei Stunden-Tauchgang und wie fast üblich kamen alle bei dunkler Nacht aus der Höhle.
Völlig geschafft von der Woche und trotzdem bester Laune feierte das Team den letzten Abend, mit leckeren französischen Kaltgetränken und Grillgut. Am nächsten Morgen stand die Heimreise an.